Plattenkritik

Second Function - Dry, Crisp And Bittersweet

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Release Date: 13.01.2012
Datum Review: 30.01.2012

Second Function - Dry, Crisp And Bittersweet

 

Hin und wieder fällt es schwer, den Tag nicht vor dem Abend zu loben. Und wie auch die Lemminge sicher nie aussterben werden, muss es vereinzelt über die Welt verteilt riesige Krater geben, aus denen jene kreischenden Mädels kriechen, die auf „Rockshows“ die „total süßen“ Protagonisten anhimmeln. Zwar geben sich z.B. die britischen Kollegen momentan mehr Mühe, was „optisches“ Engagement angeht, aber auch die Schweiz hat einiges zu bieten.


Nämlich ein auf „Dry, Crisp & Bittersweet“ verewigtes Dutzend schmächtiger bis mächtiger Alternativerock-Nummern, die produktions- und darbietungsbedingt die Lücke zwischen YOUNG GUNS, späten JIMMY EAT WORLD und YOU ME AT SIX schließen, ohne dabei jedoch übermäßig Fässer aufzumachen oder die Kirche aus dem Dorf zu reißen. SECOND FUNCTION sind lediglich zu dritt und lassen dafür mit „Navigation Road“ oder dem fett-balladigen „A New Beginning“ mehr als zaghaft das Parkett erzittern. Melodie und Riff mampfen die Züricher zum Frühstück, bei den Hooklines und der Bestimmtheit ihrer Songs wird es dann schon etwas diätenlastiger: „The Path“ kann noch mit wunderbar breit geheultem Chorus hinhalten, bei „Dark Wedding“ langt es dann nur noch zum mit zarten „Nanana“´s gestretchten „Beautiful, Magical, Beautiful,....“-Refrain, den FUNERAL FOR A FRIEND auf „Tales Don´t Tell Themselves“ nicht mal als B-Ware hätten durchgehen lassen.

Lukas, Flo und Sascha setzen auf ihrer zweiten LP den Verstärkerwänden die Krone auf – vom Druck, Sound und Volumen her wüten die zwölf Titel um das halbgare „Slaves To The Sea“, aber auch das starke „Home“ nämlich definitiv in internationalen Arena-Gewässern. Das plätschernde „Diversion“ ruft hingegen wieder in die nüchterne Realität zurück – und erinnert an ein dick durchwachsenes „dry“ in „Dry, Crisp & Bittersweet“, welches auch das diffus bretterne Gitarrensolo im nachfolgenden „Shibuya“ nicht aufweichen lässt. Im Falle Zürich also bitte doch den Abend abwarten bevor alle Funktionen auf Herz und Nieren getestet werden.


Trackliste:
01. Navigation Road
02. The Path
03. Behind Your Mask
04. A New Beginning
05. Dark Wedding
06. Flesh & Blood
07. Slaves To The Sea
08. Diversion
09. Lock & Load
10. Shibuya
11. Home
12. Red Soil

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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