Plattenkritik

Segrov - s/t

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Release Date: 27.07.2007
Datum Review: 03.09.2007

 

Natur ist wieder hip. Das weiß nicht nur Al Gore mit seinen unbequemen Wahrheiten und Hebebühnen, auch in der Popmusik macht sich eine gewisse „back to the roots“ Einstellung bemerkbar. KANTE singen über unruhige Tiere, BLUMFELD thematisierten bis zu ihrer Auflösung Schmetterlinge und Äpfel und auf einem Albumcover nach dem anderen erscheinen mehr oder weniger idyllische Naturbilder.
Selbst die sonst so kühlen INTERPOL packen auf „Our Love To Admire“ ein paar Berglöwen drauf.

Meist bleibt der Naturbezug beim Cover (wie etwa eben bei INTERPOL), oder erschöpft sich in Tiermetaphern. Die norwegischen SEGROV allerdings meinen es ernst. Selten, dass ein Cover, das friedliche Rehe und Igel in einem mythischen Wald zeigt, so gut zu der geisterhaft schönen Musik passt. Sänger Andreas Segrov macht seelenvollen Waldschratpop, mit einer eindringlichen Stimme, die den Soul alter Tage beschwört und unterlegt alles mit dichten, kraftvollen Kompositionen, deren Minimalismus nur noch verzaubern kann.

„Get Burned“ erinnert in den ersten Sekunden an RADIOHEADS „Exit Music (For A Film)“, um dann doch die Kurve zu kriegen, Swing und leichte Anflüge von Jazz in den allgegenwärtigen Americana Sound zu bringen. Die Hammond Orgel wird in „Blessing“ zum swingen gebracht und die gegen Ende immer mehr ins countryeske verlaufenden Songs zeigen überraschenderweise, dass amerikanischer Roots-Rock erst im norwegischen Gewand zu neuer Hochform aufläuft.

SEGROV ist ein Kleinod. Fernab von allem, was normalerweise zählen würde, ist ein Album gelungen, das vor Spielfreude, Seele und skandinavischer Leichtigkeit so überquillt, dass es eine schmerzhafte Freude ist.

Tracklist:

1. Get Burned
2. Written In The Sand
3. Blessing
4. Love Is On The Way
5. Waiting Game
6. It’s Never Easy
7. Make This Go Over
8. Pointer On My Watch
9. The Dance
10. Strangely W/Bonus

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Dennis

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