Plattenkritik

Selig - Magma

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Release Date: 01.02.2012
Datum Review: 07.02.2013

 

Was muss man zu SELIG schon noch groß sagen? Defintiv eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Popbands der 90´er. Mit 16 verpflegte man seinen ersten Liebeskummer mit ihnen. Der Horizont war noch begrenzt. Dann Auflösung, Pause, Soloprojekte, 2008 meldeten sie sich wieder und nun immerhin das dritte Album nach der Reunion.

An anderer Stelle wird dieses Album als Blick nach vorne abgefeiert, aber wer wäre man, wenn man sich nicht einen Anstandsrest Objektivität wahren würde? Massentaugliche Popmusik hin oder her: Was SELIG hier vorlegen, lässt die Ohren bluten und den Spaten für das Grab guter deutschsprachiger Popmusik suuchen. Was ganz nett mit "Ich lüge nie" beginnt, entwickelt sich weiter zu einem Besuch im Musikantenstadl. Bereits der zweite Song "Alles auf einmal" treibt einem erst die Fremdschamesröte in und dann das Blut aus den Ohren. Stumpfe Rhythmik, zermalmendes Repetitieren von simpelsten Textzeilen, die so tiefgründig wie die Pfütze vor der Haustür sind. Sie klingen exakt wie früher mit einem Spritzer HANSI HINTERSEER. Orgel, langweilige Drums, klare, unüberraschende Gitarren und Retrosoli. SELIG sind keine stillen Wasser. Vermutlich sind sie nach wie vor der ausgleichende Pol zur schwermütigem Grunge und innovativer Hamburger Schule der 90´er, auch heute noch. Und wenn bei "Schwester Schwermut" die Welt in ihrer Einsamkeit versinkt, dann kann das nur ein kläglicher Versuch sein, ein wenig Tiefgang in vermeintlich negativen Emotionen zu suchen. So gesehen werden SELIG weiterhin viele 16- jährige trösten können, oder eben jene, die emotional dort stehengeblieben sind. Menschen, die den Blick über den Tellerrand nicht scheuen, sollten SELIG weiterhin ihre Suppe alleine auslöffeln lassen und sich guter Musik widmen.

Tracklist:
1. Ich lüge nie
2. Alles auf einmal
3. Sie scheint
4. Schwester Schwermut
5. Der Tag wird kommen
6. Danke
7. Wenn ich an dich denke
8. 433
9. Love & Peace
10. Zeit
11. Bring mich heim
12. Magma

Alte Kommentare

von fail 08.02.2013 17:26

und wiedermal beweist sie ihren dämlichen musik"geschmack"... machts dir echt spaß so ne klischee-figur zu sein?! oÔ

von Clement 08.02.2013 19:06

@fail: #gähn#

von Jule 08.02.2013 22:24

@fail: wie habe ich das nun zu verstehen? du stehst auf selig oder gar hansi hinterseer und kannst meinen verriss nicht verstehen? oder meinst du das mit den 16-jährigen? lass mich raten: du hast dir vor 15 jahren von metallica die eier kraulen lassen, wenn deine holde dich verlassen hat...

von fail 09.02.2013 13:25

oh jule, ich lieb es wenn du so obszön wirst... hrhrrr...

von sich über Allschools 11.02.2013 14:02

zu wundern sollte man längst aufgegeben haben, wenn man denkt es geht nicht schlimmer, dann ist auf Jule verlass! Noch vor kurzer Zeit habe ich mich gefreut, als Jule ihren Stil auf eine neue Sachlichkeit reduzierte, doch nun trifft Seelig auf Hansi Hinterseer. Eine neue Stufe der Peinlichkeit ist erreicht.

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Jule

Autoren Bio

wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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