Plattenkritik

Shining (NOR) - Blackjazz

Redaktions-Rating

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Release Date: 22.02.2010
Datum Review: 21.02.2010

Shining (NOR) - Blackjazz

 

Eigentlich bin ich ja mit der Absicht an dieses Album gegangen, jene SHINING besprechen zu dürfen, welche für Meisterwerke wie „The Eerie Cold“ oder „Halmstad“ verantwortlich sind. Das würde ja auch Sinn machen, schließlich ist schon seit dem letzten Output, „Klagopsalmer“ bekannt, dass ein siebter Teil der, ähm, „SHINING-Saga“ schon sehr früh wieder ins Haus stehen soll. „Blackjazz“ klingt da als Fortsetzung mitunter leicht abwegig, irgendwie etwas zu plakativ. Aber hey, vergleichbare Tags hat es in Gegenwart von SHINING immer mal gegeben, also warum nicht? Und wir befinden uns schließlich auf Indie Recordings: dem Label, wo SHINING beheimatet sind. Nun, wer hätte bitte ahnen können, dass die zwei vielleicht einzigen einigermaßen großen Bands unter diesem Namen auf einem Label vereint sind?!

Folglich: Ja, das sind nicht „meine“ SHINING. Aber es sind andere. Anders gute. „Anders“ darf dabei ganz dick, kursiv und unterstrichen geschrieben werden, denn „Blackjazz“ ist definitiv keine alltägliche Gegebenheit. Kennt wer noch die Soloplatte von MESHUGGAHs Fredrik Thordendal? So ähnlich hört sich dieses Album an. Verzerrte Vocals, sehr viel Noise, abwegige, chaotische Strukturen und, ähm, ein Saxophon. Das hat dann auch ein wenig was von DÄLEKs Kollaboration mit ZU – abstrakte, nur mit starken Nerven und/oder Gewohnheit zur Materie überwindbare Kunst.

Dabei startet „Blackjazz“ so, wie soll man sagen, „gewöhnungsbedürftig“! Diese Vocals, diese bis zum gehtnichtmehr verzerrten Gitarren mit ihrer leicht industriellen Note… „Blackjazz“ ist definitiv ein Album, auf das man sich einlassen muss, das erst im Laufe des Albums – zumindest bei mir – seinen Reiz erkennbar machen lässt. „Blackjazz“ ist eine sehr eigene, verstörte Welt, wo sich viel karussellartig – nur schneller - dreht, wo viel verschwommen, viel surreal, viel grell und bunt, viel aber doch irgendwie schwarz wirkt; dabei aber immer seinen ganz eigenen Charme versprüht. Und vor allem seine ganz eigene Nische in dieser Welt findet. Nicht nur für Freunde von Mike Patton’scher durchgeknalltheit empfehlenswert. Und die anderen SHINING kommen ja sicher auch noch…

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Olivier H.

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"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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