Plattenkritik

Shout Out Louds - Our Ill Wills

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Release Date: 25.05.2007
Datum Review: 30.05.2007

Shout Out Louds - Our Ill Wills

 

Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt. Selten war dieser inflationär gebrauchte Ausdruck passender, als bei den SHOUT OUT LOUDS, die 2005 mit ihrem Debüt „Howl Howl Gaff Gaff“ vielleicht nicht etwas geradezu Großes geschaffen, aber zumindest eine kleine Pop-Sensation verursacht haben. Lockere Songs aus Schweden zum Tanzen, Träumen und Schwelgen in den Kompositionen, die vor kleinen THE CURE und frühen U2 Verweisen nur so strotzten.

Diese Leistung mit gleich bleibendem Elan zu wiederholen wäre kaum möglich gewesen. Deswegen versuchen es die die fünf Schweden erst gar nicht, sondern passen ihren Sound auf „Our Ill Wills“ den Gegebenheiten an, klingen reifer, herzschmerziger und im Aufbruch zur leichten Weiterentwicklung. Björn Yttling (PETER, BJÖRN AND JOHN) konnte als Produzent verpflichtet werden, was sich in äußert PETER, BJORN AND JOHN-igen Drumrhytmen spiegelt (etwa im 7-minütigen „Hard Rain“). Die Singleauskopplung „Tonight I Have To Leave It“ zeigt diese Entwicklung eigentlich ganz gut: Mehr Piano, mehr Rhythmus, mehr krude Klangeffekte, mehr Liebe. Das Faszinierendste an den SHOUT OUT LOUDS war immer dieses Lächeln, trotz Niederlage. Diese kleinen Momente in Songs des Debüts wie „100 Degrees“, mit den Geschichten unerwiderter Liebe und Enttäuschung und dem trotzigen Grinsen durch all die Rückschlage, den prasselnden Regen und für immer zuklappenden Bustüren. Und glücklicherweise gibt es die auch diesmal. Sie sind nur nicht so offensichtlich. Aber dann ist da wieder der schwirrende CURE Basslauf in „Normandie“, die „catastrophic love affairs“ („Blue Headlights“), und hat sich da tatsächlich jemand Melodieverlauf und Rhythmus von den britischen Spaß-New-Wavern THE RAKES abgeschaut („Hard Rain“)?

Zwar gelingt es nicht „Howl Howl Gaff Gaff’s“ Fähigkeit zu toppen, den Frühling ins unermessliche zu veredeln (so haben sich einige Längen eingeschlichen, die im Debüt noch durch jugendliche Dringlichkeit überspielt wurden). Eine Enttäuschung ist „Our Ill Wills“ aber keinesfalls. Ganz im Gegenteil, „Normandie“, „Tonight I Have To Leave It“ und so einige mehr zeigen eine leicht gereifte Band, die drauf und dran ist den zurzeit sonnigsten, melancholischsten und tröstendsten Pop des Jahres zu spielen.




1. Tonight I Have To Leave It
2. Parents Livingroom
3. You Are Dreaming
4. Suit Yourself
5. Blue Headlights
6. Impossible
7. Normandie
8. South America
9. Ill Wills
10. Time Left For Love
11. Meat Is Murder
12. Hard Rain

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Dennis

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