Plattenkritik

Showstripsilence - Monsters and Humans

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Release Date: 16.10.2006
Datum Review: 19.03.2007

Showstripsilence - Monsters and Humans

 

Geil. Das sag ich mal zum Cover und der ganzen Aufmachung des Albums. So hätte zum Beispiel das Artwork für Thriller von Michael Jackson aussehen sollen. Das ist nämlich alles schön auf trashigen 70ger/80ger-Jahre Horror gemacht.

Leider hab ich auch irgendwie erwartet, dass die Musik mich an trashige Horrofilme erinnert. Das kann ich jetzt nicht so richtig behaupten. Titel wie „… But Evil Lives Again“, „A Song From The Crypt“, „Nightmare“ und „The Revenge Of The Swampthing“ (letzteren halte ich übrigens für grandios) lassen zwar eine gewisse düstere Horroratmosphäre aufkommen. Oberflächlich betrachtet orientieren sich auch die Texte daran. Passagen wie ‚Teeth In My Neck’ oder ‚Living Dead , Strange Monsters, Dracula, Crazy Families’ lassen schon auf die Thematik schließen. Aber eigentlich geht es in den Songs doch um den ganz normalen Alltagshorror des Einsamseins, des Pleiteseins, des Hilflosseins, des Menschseins. Musikalisch können mich SHOWSTRIPSILENCE nicht richtig vom Hocker reißen. Im Prinzip sind sie eine Emo-Band mit starken Screamo-Parts. Oder eine Screamo-Band mit vielen melodischen Gesangsparts. Ich persönlich würde sie nicht unter Hardcore positionieren – aber da scheiden sich ja oft die Geister. Die melodischen Parts sind recht ausgereift und passen auch gut. Die Screamo-Parts für sich sind auch nicht richtig falsch, aber das Zusammenspiel der beiden haut nicht hin. Ein bisschen wirkt es, als ob zwei Seiten gegeneinander singen, anstatt miteinander. Das ist leider auf Dauer etwas störend. Da helfen die ‚gruseligen’ Horrorfilm-Ausschnitte zwischen den Tracks auch nicht mehr. Die obligatorische Ballade „Think About You“ entpuppt sich als echter Schuß in den Ofen. Zum einen ist sie wirklich schlecht gesungen und die Stimme hat einfach nicht genug Charakter um auch schlecht gesungen noch gut zu klingen und zum anderen ist das Stück so lasch, dass ich – wenn ich die Opferrolle in einem Horrorfilm hätte – mich wohl kaum einer dramatischen Kuss-Szene hingeben würde (um dann blutrünstig von Hinten abgestochen zu werden). Ich würde vielmehr versuchen vor der Musik wegzulaufen. Im Zweifelsfall auch gerne in die Arme des Mörders.

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Charlotte

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