Plattenkritik

Sick Of It All - Last Act Of Defiance

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Release Date: 29.09.2014
Datum Review: 31.08.2014

Sick Of It All - Last Act Of Defiance

 

Alles und nichts reissen SICK OF IT ALL im Jahre achtundzwanzig nach ihrer Gruendung ein. Alles, weil es keine halbe Minute braucht, bevor die Koller-Brueder neben Bassist Craig Setari und Schlagzeuger Armand Majidi ihren quicklebendigen Signature-Hammer kreisen lassen, den Mischpultpegel und Konzertbesucher in Sandalen weltweit zu Recht fuerchten. Nichts, weil es genau dabei bleibt. Der Teufel wird sich jedoch nicht persoenlich an die Wand pinseln, solange sich "New York Hardcore" in vier Buchstaben abkuerzen laesst.

SICK OF IT ALL ackern sich den Arsch ab, sagen die einen. SICK OF IT ALL drehen sich im Kreis, meinen die anderen. "Last Act Of Defiance" aber ist mehr als ein knappes Lebenszeichen. Songs wie "Road Less Traveled" oder "Losing War" sprechen unmissversaendlich die Sprache der nimmersatten New Yorker: Harte Riffs auf den Punkt, das messerscharfe Drumming und der kantige, angespitzte Bass koennten auch vorbei an den keifenden Vocals von Lou Koller ein SOIA-Album definieren. "Sound The Alarm" aber hoert man an, dass hier wieder einmal Herz statt bloss Hand angelegt wurde. Nicht einen Hauch Verlust an Dynamik oder Punch kann man SICK OF IT ALL im Direktvergleich zu juengeren Vorgaengeralben unterschieben. Das Songwriting der Band hingegen wird sich nicht neu winden - so koennte "2061" auch eine abgefallene B-Seite vom vier Jahre alten "Based On A true Story" sein, "Part Of History" hingegen die Version 2.0 von "Busted". Trotzdem schummelt das Quartett nicht bloss eine Kopie der Eigenkopie in die vierzehn Songs, die nach einer guten halben Stunde und den Streetcore/Oi!-Choeren von "DNC" bereits wieder fertig haben. "Never Back Down" lebt auch von seiner Message, ohne die Musik in den Hintergrund zu ruecken. SICK OF IT ALL finden auf "Last Act Of Defiance" den Mittelweg, ihren bewiesenen und gereiften Stil mit wenig Neuem zu kreuzen - oder kreuzen zu muessen - und trotzdem keine zweckmaessige Platte zu veroeffentlichen.

"Act Your Age" stopft Fausthieb und Inhalt in siebenundachtzig vollkommende Sekunden. "Disconnect Your Flesh" kann schlicht von keiner anderen Band stammen. Manchmal beissen sich SOIA in ihren eigenen Floskeln fest, etwa wenn "Get Bronx" sich fuer bandeigenen Standard eher im Kreise dreht. Von Erklaerungsbedarf oder Zittern zum Releasedate aber stampft "Last Act Of Defiance" meilenweit entfernt Loecher in den Boden.

Trackliste:

01. Sound The Alarm
02. 2061
03. Road Less Traveled
04. Get Bronx
05. Part of History
06. Losing War
07. Never Back Down
08. Facing the Abyss
09. Act Your Rage
10. Disconnect Your Flesh
11. Beltway Getaway
12. Sidelined
13. Outgunned
14. DNC

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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