Plattenkritik

Silent Decay - Endspiel [DVD]

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 26.03.2011
Datum Review: 02.05.2011

Silent Decay - Endspiel [DVD]

 

17 Jahre lang und auf über 400 Konzerten waren SILENT DECAY eine Bastion im deutschen Metalzirkus. Auf nur 3 Alben schafften Sie die Wandlung vom eher Korn-Lasting Sound zum modernen Metal Marke KILLSWITCH ENGAGE. Natürlich hatten Sie dadurch auch die Gelegenheit diese mehrmals Live zu unterstützen. Mitte 2010 fiel dann der Entschluss die Band aus Zeitgründen an den Nagel zu hängen. Nur für ihre Fans haben Sie dann beschlossen ihren allerletzten Auftritt im Backstage Münschen am 31.07.2010 auf DVD zu bannen. Denn eins ist klar: SILENT DECAY waren immer die absolute Live-Band.

Fast 1 Jahr später liegt nun die fertige DVD unter dem Titel "ENDSPIEL" bereit um besprochen zu werten. In meinen Augen hätte man die DVD aber auch gut "Value for money" nennen können. Man bekommt nämlich nicht nur das knapp 1 stündige Konzert serviert, es gibt auch noch ca 3 Stunden an Interviews, Tourvideos, Studiovideos und Bildergalerien zu sehen. Zusätzlich dazu gibt es noch ein 16 seitiges Booklet mit Liner-Notes zu jedem einzelnen Song der Live-Setlist und den 3 Alben. Sehr viel mehr kann eine Band auch nicht auf eine einzelne DVD packen.

Der Hauptfokus liegt natürlich auf dem Konzert, welches in 2 Versionen angeboten wird. Zum einen gibt es einfach das gesamte Konzert zum runterrödeln, zum anderen das Konzert versetzt mit Interview-Szenen, um die Sache etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Mir persönlich liegt die "Interview-Version" wesentlich mehr, da das Konzert so unheimlich schnell geschnitten ist, dass einem fast ein bisschen schwindelig wird. Keine Einstellung dauert länger als 4 Sekunden und ab und an wird auch mal eine Slow-Motion beim Headbangen eingebaut. Ich kann mich nicht einmal erinnern diese "Slo-Mo"-Nummer jemals zuvor bei einer Live-DVD gesehen zu haben. Das Konzert ist insgesamt mit ca 5-6 Handkameras gefilmt und bringt wirklich sehr gut die Action rüber, für die SILENT DECAY so bekannt sind. Man merkt allerdings, dass die Kameras nicht ganz mit den hellen Spitzen der Scheinwerfer klarkommen und so verschwinden die Gesichtszüge der Protagonisten ab und an in reinem Weiß. Diese "dreckige Qualität" gibt dem Konzert aber einen sehr eigenständigen Charakter. Auffällig für mich war auch, dass man im Publikum keinen einzigen Violent Dancer erblickt und fast ausschließlich gebangt, gepogt und mitgesungen wird. Der Sound ist sehr gut abgemischt, sodass man wirklich jedes Instrument raushören kann.

Die Interview-Passagen sind unheimlich gut produziert und sind in ihrer Gesamtheit auch nochmal wesentlich ausführlicher im Bonusmaterial zu finden. Meine Lieblingsparts der DVD sind aber auf jeden Fall die alten Tourvideos und die "Outtakes". SILENT DECAY müssen in ihren 17 Jahren wirklich auf jeder Tour mitgefilmt haben um soviel Material zusammen zu bekommen. Besonders sympathisch ist, dass die Jungs auch noch genau meinen Humor treffen und es somit so einiges zu lachen gibt. Besonders geil sind die Partyszenen zusammen mit BETZEFER.

Zu diesem ingesamt wirklich ausgezeichneten Paket gibt es allerdings auch ein paar Kritikpunkte, die wohl ausschließlich darauf gemünzt ist, dass die Münchner offensichtlich so viel wie möglich auf die DVD packen wollte. Eine Doppel-DVD mit gleichem Inhalt wäre vielleicht etwas schlauer gewesen.

Die Bildqualität lässt im Zeitalter von BluRay und HD wirklich zu wünschen übrig und man hat beim Konzert auf Grund der Fraktalbildung in den dunkleren Ecken manchmal das Gefühl man würde Guitar Hero auf dem Super Nintendo spielen. In den Interview-Szenen ist das natürlich nicht so auffällig, da sich dort einfach nicht soviel bewegt wird. Hinzu kommt, dass der Sound nur in Dolby Digital 2.0 vorhanden ist, was die modernen Surround-Anlagen nun wirklich nicht herausfordert. Vor ein paar Jahren wäre diese DVD sicher Referenzmaterial gewesen was Content angeht, Heutzutage, wo jeder zweite eine Heimkinoanlage zu Hause stehen hat, werde ich persönlich das Gefühl nicht los, dass da qualitativ noch mehr drin gewesen wäre.

Als Fazit bleibt übrig, dass die DVD wirklich jedem Fan zu empfehlen ist und auch für Neueinsteiger auf Grund des massiven Contents absolut empfehlenswert ist. Leute die auf HD und das absolute Surround-Erlebnis stehen sollte ihre Ansprüche allerdings etwas zurückschrauben oder komplett die Finger hiervon lassen. So oder so, wenn das Interesse geweckt ist sollte man schnell zuschlagen, da dieses schmucke Teil auf nur 500 Stück limitiert ist.

Setlist:
1. King of the dead end road
2. Behind the walls
3. Far away
4. Of good and bad
5. With kisses from the underground
6. My jesus mercy
7. For the crowd
8. Hell contacts me every day
9. Ghost
10. Good as drink is
11. Keep it real

Bildformat: 1,78:1
Ton: Dolby Digital 2.0
Gesamtlänge: ca. 240 Min.

Alte Kommentare

von SlainWarrior 03.05.2011 12:04

Mahlzeit. Habt ihr vielleicht mal in Betracht gezogen, dass die Band noch nicht mal nen Plattenvertrag hat? Könnte sein, dass man da vielleicht keine Mammut-Projekte finanzieren kann. Im Gegenteil: Für eine Band dieses Ranges ist die DVD-Quali überaus professionell.

von My last serenade 03.05.2011 12:46

Also ihre letzten zwei Alben hab ich aber im Laden gekauft. Da hatten die dann wohl noch ein Label. DVD hab ich aber dann im Bandshop bestellt, weil es hieß, es gibt die nur da. Trotzdem starkes Teil. Mit oder ohne Label. Echt!

von DrFaust 03.05.2011 15:13

Ist korrekt. Die DVD gibt es nur über den Shop auf der Bandseite http://www.silentdecay.com/ für einen lockeren Zehner zu erwerben! @SlainWarrior Ich finde es eben wichtig bei einer DVD auf jeden Fall auch auf Bild & Sound einzugehen. Dass das kein riesengroßer Kritikpunkt ist sollte man an den 8/10 Punkten erkennen können. Das Konzept das Bands gewisse Ränge haben und Ihnen deshalb grundsätzlich eine schlechtere Qualität zuzuschreiben finde ich allerdings mehr als unpassend. Ich als Musiker hätte es da lieber wenn man meinen Output mit richtig professionellen Werken vergleicht und wäre dann Stolz wenn ich dabei gut wegkomme. So wie hier geschehen.

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Georg

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