Plattenkritik

Silverstein - Short Songs

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 10.02.2012
Datum Review: 26.01.2012

Silverstein - Short Songs

 

MEdchenharcore, und ja, das "E" gehört an dieser Stelle dorthin. Dafür wurden SILVERSTEIN lange belächelt. Dafür wird man als MEdchen belächelt, wenn man erwähnt, dass man auch gerne mal härtere Musik hört. Damals, ach damals als mein Wecker mit Aufnahmefunktion (!!!) mich noch mit der ersten Zeile aus "Bleeds No More" aus dem Bett prügelte. Wie emo! Emocore kam auf. Wegen mir auch Screamo. Doofe Schubladen. Der Hardcore weichte sich auf mit melodischen Parts. Wird man für so etwas heute noch belächelt? Ich weiß es nicht. SILVERSTEIN jedenfalls gibt es noch. Und ab sofort mit neuer Platte.

Der Titel ist Programm: 22 Songs sind an dieser Stelle nicht das, was für ein Doppelalbum reicht. Einige Songs so kurz, ein kurzer Aufschrei, wenige Sekunden "Hallo wach!". Im Falle der "Short Songs" im Titel "See Ya Bill" vorgeschrien. Direkt gefolgt vom einem balladesken "One Last Dance". SILVERSTEIN schweifen von brutalem Gemetzel zu sanften, deutlichem Gesang. Paradebeispiel hier "World On Fire". Das sind SILVERSTEIN/ Emocore in Reinform. Der Titel Emocore passt dann doch ganz gut. Man bleibt im Schnitt bei einer Länge von einer Minute und ein paar zerquetschten (im wahrsten Sinne des Wortes) und so bleibt einem als Rezensentin auch nicht mehr dazu zu sagen.

Die andere Häfte der Platte wird mit wiederauferstandenen Stücken vielleicht der alten Vorbilder bestückt. Und wer sich da nicht alles tummeln darf, es gleicht dem Namedroping, welches häufig aufgefahren wird, wenn echte Musikjunks aufeinandertreffen. "Kennste die?", "Ja, aber kennste die?", "Haste die schon gehört?", etc. pp. Es geht jedenfalls kurz und hastig weiter. Das haben eben die nachmusizierten Bands auch schon gemacht. Man brettert eins nach dem anderen runter. Ähnlich wie vorher bei den eigenen Songs auch schon geschehen, nur schrappt man nun auch den alten Hardcore und Punk an. Meist ein pompöser Aufbau von glasklaren Gitarrenstrukturen, welche sich brachial entladen, bombastisch explodieren und wieder schnell verhallen. Ein kurzer Gewitterrausch zieht sich durch die gesamte Platte. Kaum sind die Ohren offen ist es auch schon wieder vorbei. Vielleicht war es auch der Laster, der an der Autobahn eben an einem Anhalter vorbeigebrettert ist und nichts als Staub, Abgasen und einer zerzausten Frisur zurücklässt.

Was diese Platte angeht, verwirren SILVERSTEIN bis ins letzte. 11 Songs sind die alten SILVERSTEIN in kompakt, wie wir sie lieben und eben 11 Songs Cover. Tempo haben sie dabei auf jeden Fall. Die Entscheidung zwischen "mal ordentlich Gas geben" und "wir hetzen uns zum Burnout" (hoho, welch Modezug) fällt an dieser Stelle schwer. Selbst Atempausen sind kürzer als eine Zigarettenlänge. Leider geben sie damit jeder Möglichkeit eines nachvollziehbaren, zum Eintauchen einladenden Hörens keinerlei Chance. "Short Songs" könnten auch "Fast Songs" heißen und hätte damit etwa den Nährwert von Fast Food. Schmeckt von Zeit zu Zeit, sättigt aber nur unbefriedigend. Es reicht für den Wecker.

Tracklist:
1. Sick As Your Secrets
2. Sin & Redemption
3. Brookfield
4. SOS
5. La Marseillaise
6. World On Fire
7. Sleep Around
8. My Miserable Life
9. Truth & Temptation
10. See Ya Bill
11. One Last Dance
12. Short Songs ( by Dead Kennedys)
13. Good Intentions (by Gorilla Bisciuts)
14. 235E. Broadway (by Gob)
15. Destination: Blood! (by Orchid)
16. Coffe Muf (by Descendents)
17. xOn Our Kneesx (by Swarn) feat.Liam Cormier
18. Scenes From Parisian Life (by The Promi)
19. It´s My Job To Keep Punk Rock Elite (by NOFX)
20. Quit Your Job (by Chixdiggit)
21. The Ballad Of Wilhelm Fink (by Green Day)
22. You Gotta Stay Positive (by Good Clean Fun)

Alte Kommentare

von naja 27.01.2012 00:05

also ich finds eigentlich ne witzige idee die nicht allzu schlecht umgesetzt wurde. 6.5/10

von Jay 27.01.2012 01:49

Was ist das denn bitte für ein mega schlechtes Review? Was soll mir das sagen? Also da bin ich wirklich besseres von Ihnen gewohnt ...

von xn 27.01.2012 09:00

Allein wegen dem grandiosen Cover von Good Intentions ist die Platte deutlich mehr als 5 Punkte wert.

von x'D 27.01.2012 15:28

grandioses Cover...ahahahaha

von Jule 27.01.2012 16:41

"tja, reviews von arroganten, sich für den totalen burner haltenden SCHREIBERN (die damit hausieren gehen dass sie absolut kein ahnung von musik(richtungen) besitzen, es sich aber trotzdem einbilden) sind eben meistens scheiße. aber passt, die band is auch nich grade was das man ernst nehmen sollte (:" so könnte ich das vielleicht hinnehmen... geschlechtskonstruktivismus ist schon geil, ne?

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Jule

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wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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