Plattenkritik

Sinister - The Carnage Ending

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Release Date: 29.09.2012
Datum Review: 28.09.2012

Sinister - The Carnage Ending

 

Im Mai letzten Jahres verkündete der SINISTER Kopf Aad Kloosterwaard, dass er (mal wieder) einzig verbleibenes Mitglied der hölländischen Tulpenschlächter sein wird, da Bassist, Drummer und Gitarrist ausgestiegen sind. 3 Tage!!! später meldete der Sänger Vollzug in Bezug auf die Rekrutierung eines völlig neuen Lineups. Und da überrascht es nicht, dass wiederum keine Anfänger in die Band geholt wurden, sondern Recken, die sich bereits bei anderen mehr oder weniger bekannten Bands die Sporen verdienten. Technisch sprechen wir somit wiederum um ein außerordentlich versiertes Death Metal Geschoss. Und trotz der Rundumerneuerung mundet das Old School SINISTER Gewitter „The Carnage Ending“ ebenso köstlich wie das von mir sträflichst unterbewertete letzte Album „Legacy Of Ashes“, das 2010 ebenfalls über Massacre Records erschien, respektive klingt es wie dessen Nachfolger (nur besser, aber dazu gleich mehr). Daher ist die dauerhafte Rotation der Mitglieder bei dieser Band (vergleichbar mit den Umständen bei DEW-SCENTED) im Grunde zu vernachlässigen, da letztlich immer Death Metal mit Anspruch herauskommt.

Irgendwo war zu lesen, dass die Band seit jeher wie eine Mischung aus DEICIDE und CANNIBAL COPRSE („Blood Ecstacy“ hätte auch auf der „Bloodthirst“ stehen können) klingt. Das ist auf der einen Seite durchaus als Beschreibung passend, auf der anderen Seite erinnern die Mannen mehr und mehr an die Ausnahmeerscheinungen MONSTROSITY und MORBID ANGEL (bitte einmal „Oath Of Rebirth“ atmen) wenn es darum geht, neben Gemetzel und zahlreichen treibenden Thrash Abschnitten (dieser dauerhafte Aufgalopp in „Defamatory Content“ lässt aggressive Schnörkellosigkeit Deluxe aufblühen) auch Groove und einer düstere Melodik Geltung zu verschaffen. Das Album steckt voller Energie und Leidenschaft und bietet etwas Mehr als das letzte Output.

So finden sich zahlreiche Tempoverschiebungen auf "The Carnage Ending", die sich von doomig über Blastinfernos jeweils als Grenzgänger im Genre ausloten. Weiterhin klangen die Dutch Death Metaller nie böser als auf „The Carnage Ending”, Aad trägt dazu mit seinen ultratiefen aber durchaus verständlichen Grunts bei, dass hier mitnichten Liebesbriefe geschrieben werden. Ein weiteres Steckenpferd ist die Produktion, denn genau so muss der musikalische Tod klingen: Fett, drückend und wie ein maximal gepolter Riesenresonanzkörper. Die Songs sind mit Wiedererkennungswert und trotz straighter Oberfläche mit viel Wiederhaken ausgestattet worden und der Rausschmeißer „The Final Destroyer“ fasst das sehr gute Album noch einmal in 5:23 Minuten und einigen Überraschungen (sind das etwa Keyboards?) zusammen. Abschließend muss noch erwähnt werden, dass es endlich mal eine Band geschafft hat, Songs zu covern, ohne dass das Ergebnis für die Tonne ist.

Aber überzeugt euch selbst von der Güte und lasst euch von der ewigen, jedoch nie gestrigen Dutch Death Metal Band SINISTER den Arsch versohlen.

Tracklist:
01. Gates Of Bloodshed [Intro]
02. Unheavenly Domain
03. Transylvania (City Of The Damned)
04. My Casual Enemy
05. Crown Of Thorns
06. The Carnage Ending
07. Oath Of Rebirth
08. Regarding The Imagery
09. Blood Ecstacy
10. Defamatory Content
11. The Final Destroyer

Disc II [Digipak Bonus]:
01. Spit On Your Grave [Whiplash Cover]
02. Succubus [Massacre Cover]
03. Swing Of The Axe [Possessed Cover]
04. Dethroned Emperor [Celtic Frost Cover]
05. Face Fate [Bloodfeast Cover]

Autor

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Clement

Autoren Bio

Ich fühle mich zu alt

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