Plattenkritik

Skarhead - Dreams Don´t Die

Redaktions-Rating

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Release Date: 13.09.2011
Datum Review: 22.09.2011

Skarhead - Dreams Don´t Die

 

Für Legenden von Legenden: Das siebenköpfige Allstarensemble aus dem Hardcore-Reich der Mitte zollt Respekt und Tribut an längst vergangene, aber sicher nicht so bald vergessene Zeiten. Die Kernstunde des New York Hardcore der späten Achtziger in gecoverter Neuauflage – und schon ist das neue Release von SKARHEAD und mit ihm ein Sammelsurium an Gastauftritten und „give respect!“-Floskeln im Kasten.

Schon 1995 schien CROWN OF THORNZ-Frontmann Danny Diabolo alias Lord Ezec die Zeit reif – „Thug-Core“ sollte geboren werden. Was auf „Drugs, Music & Sex“ und natürlich „Kings At Crime“ mal nach Straßenköter, dann wieder nach jungen MADBALL klang, nähert sich nun dem Stammgastbuch des CBGB´s: Bei MURPHY´S LAW wird „Sit Home And Rot“ Härte und Geschwindigkeit injiziert, während WARZONE´s „As One“ eher überraschungsfrei und roh daherkommt. Der komplette Freundes- und Mitstreiterkreis der Herren von SKARHEAD dürfte mit S.O.D. („United Forces“ – großes Kino!) oder UNDERDOG´s „Trueblue“ sein Fett wegkriegen, was mit Hilfe von Beiträgen Eddie Sutton oder (Westküstengast) Scott Vogel bestens und sogar in gesanglicher Breite funktioniert. Während sich die New Yorker bei YOUTH OF TODAY und den CRO-MAGS eher „nur“ um die klassisch nachgespielten Beispiele kümmern, lässt „Pete´s Sake“ sicher keinen „zu Tode gecovert“-Stempel zu.

Das dumpfe und gebrannte Organ Ezec´s bringt sich nur stellenweise mit eigener Note ein, dafür macht der quasi Bonus „When You Were Mine“ mit weinerlicher Strophe, Paul Bearer Guestspot und klasse Akkordeoneinsatz eine mehr als überragende Figur. Ein Coveralbum mag stets und zu Recht ein fragliches Format verbleiben, dem sich Bands wie ME FIRST & THE GIMME GIMMES oder jüngst auch H20 scheinbar mit mehr Sinn und Einsatz widm(et)en. Was bei SKARHEAD und „Dreams Don´t Die“ jedoch einen eher emotionalen und bezugsintensiven Hintergrund gehabt haben dürfte, ist keinesfalls als überflüssig abzuwerten und glänzt spätestens, wenn AGNOSTIC FRONT´s Schlachtrufe den „Victim In Pain“-Klassiker ins Gedächtnis rufen oder KILLING TIME mit „Backtrack“ in brutales und groovendes zwanzigelf-Licht – gerne mit eingerührtem, instrumental gewaltigem BIOHAZARD-Geschmacksverstärker - gezogen werden. Taking Care Of Business – und das scheinbar noch immer und dedicated.

Trackliste:
01. The Hard Way [OUTBURST]
02. Backtrack [KILLING TIME]
03. As One [WARZONE]
04. Trueblue [UNDERDOG]
05. Pete's Sake [SICK OF IT ALL]
06. Malfunction [CRO-MAGS]
07. Sit Home And Rot [MURPHY'S LAW]
08. United Forces [S.O.D.]
09. Stand For [LEEWAY]
10. Cup O Joe [SHEER TERROR]
11. Break Down The Walls [YOUTH OF TODAY]
12. Soulcraft [BAD BRAINS]
13. With Time [AGNOSTIC FRONT]
14. When You Were Mine [PRINCE/CINDY LAUPER]

Alte Kommentare

von xn 22.09.2011 10:36

Die Platte heißt "Kings AT Crime"....

von Ich 22.09.2011 21:45

Schönes, objektives Review. Toll!

von Hatemonger 23.09.2011 11:13

Na...da will wohl wieder einer schnell aus seinem Vertrag raus ohne sich großartig anzustrengen. Ich hasse komplette Coveralben. Was ein Scheiß!!!!!

von SonofSkam 23.09.2011 11:52

Naja, das letzte Skarhead Album war ja auch schon nicht der Bringer und nachdem es mit Ezecs Rapkarriere nicht geklappt hat, macht man halt einen auf Coverversionen. Sicherlich stimmt der Backround, aber für mich ist das auch mehr ein Ausdruck absoluter Ideenlosigkeit. Eddie Sutton sollte lieber nochmal ein Leeway Album rausbringen.

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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