Plattenkritik

Skold - Anomie

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Release Date: 20.05.2011
Datum Review: 06.05.2011

 

Langeweile ist nix für Tim Skold. Musik hingegen schon. Der Schwede treibt (oder trieb) sich Industrial-geprägt mit KMFDM oder Marilyn Manson rum, produziert munter umher und guckt auf eine lange spielerische Vergangenheit zurück (u.a. SHOTGUN MESSIAH). Nach gerade Mal 15 Jahren (!) hat er es mit „Anomie“ sogar zu einem zweiten Soloalbum gebracht.
Der wasserstoffblonde Hüne macht es mit seiner Angebotspalette beinahe jedem Recht: Unter den 12 Songs finden sich melodische Metalperlen neben marschierenden Düsternummern wie „Suck“ , die stark in Richtung Manson und KMFDM schielen. Der Alleingang des Mr. Skold tat dem kreativen Gemüt gut, denn „Anomie“ bringt es wirklich zu Stande, genreübergreifend zwischen poppigeren Refrains und speedlastigem Gebretter („Angel Of Noise“) hin und her zu jonglieren. Dass der Longplayer umso mehr (er)greift, wenn man sein Plattenregal mit Industrial- oder dunkler Kost schmückt, liegt nahe – aber „(This Is My) Elephant“ oder „Becoming“ sind auch mit jenem zerrenden Hintergrund durchaus für das unerprobte Ohr geeignet.
Mit engstirnigen Sounds oder Schubladenprodukten kommt der Ex-Volvo-Arbeiter gar nicht erst ums Eck. Stattdessen lenkt Tim den komplett alleine eingespielten Solonachfolger mit Profession und Liebe zum Endprodukt in eine Richtung, die Wucht und Energie („Black Out“) genauso im Gepäck hat , wie Lebendigkeit und Melodie („The Hunger“). Gewöhnungsbedürftig: Sicher. Schockierend: Nicht mehr. Tim Skold kann endlich tun und lassen, was er will. Keine Band, kein ausführender Diktator im Nacken.
Scheint dem Schweden gut zu tun.

Tracklist:

01. (This is my) Elephant
02. Suck
03. Black Out
04. Angel of Noise
05. Satellite
06. Becoming
07. The Hunger
08. Here Comes the Thunder
09. And Then We Die
10. Miserably Never Ever
11. Tonight
12. What You See Is What You Get

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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