Plattenkritik

Sleepmakeswaves - ...And So We Destroyed Everything

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Release Date: 06.09.2013
Datum Review: 18.10.2013

Sleepmakeswaves - ...And So We Destroyed Everything

 

Man mag es kaum glauben, aber auch heutzutage, in Zeiten von allgemeiner Vernetzung und Globalisierung, gibt es noch Veröffentlichungen, die zuerst regional erscheinen und erst nach Jahren für einen anderen Markt neu aufgelegt werden. So geschehen auch mit SLEEPMAKESWAVES Debütalbum, welches 2011 bereits über Bird's Robe Records in Australien erschien und nun Dank Monotreme Records auch hier in Europa und in Amerika zu erwerben ist.
Aber selbst wenn „...And So We Destroyed Everything“ bereis gut zwei Jahre auf dem Buckel hat, klingt es immer noch frisch und relevant. Ja, der Post Rock des Quartetts klingt sogar frischer als manch andere, momentan in der Szene angesagt Band. SLEEPMAKESWAVES setzen zwar wie viele Gruppe auf epische Crescendi, kommen aber wesentlich schneller auf den Punkt, verzetteln sich nicht in schier endlosen Songaufbauten und verschwenden ihre Zeit nicht damit, ihre musikalischen Fähigkeiten zur Schau zu stellen – alles was hier passiert, geschieht im Hinblick darauf einen guten Song zu präsentieren. Im ersten Moment mag das vielleicht nach Easy-Listening klingen, wer sich jedoch Stücke wie „To You They Are Birds, To Me They Are Voices In The Forest“ oder „Our Time Is Short But Your Watch Is Slow“ angehört hat, muss zwangsläufig verstellen, dass man trotzdem rhythmisch variabel und melodisch verspielt an die Aufgabe herantreten kann.
Ein großer Pluspunkt von „...And So We Destroyed Everything“ ist seine stilistische Offenheit. Ähnlich wie ihre Labelkollegen von 65DAYSOFSTATIC, mit denen die Australier zuletzt gemeinsam auf Tour waren, bauen sie auf einen leichten elektronischen Einschlag und schrecken auch vor Trompeten-Einsatz nicht zurück („A Gaze Blank And Pitiless As The Sun“).
Neben dem regulären Album liegt dem Digipack hierzulande auch die Remix-CD „...And Then They Remixed Everything“ bei, auf der SLEEPMAKESWAVES ihre Lieder unter anderem in die Hände von den bereits erwähnten 65DAYSOFSTATIC oder ROSETTA gegeben haben – um nur die beiden bekanntesten Namen zu nennen.
Natürlich erfinden die vier Musiker das (Post-Rock-)Rad nicht neu, dennoch ist es ihnen gelungen, zwischen den ewig gleichklingenden Veröffentlichungen im Genre, ein Werk zu erschaffen, welches seine eigene Identität hat und selbst nach unzähligen Durchläufen noch Spaß bereitet.

Trackliste:

01. To You They Are Birds, To Me They Are Voices In The Forest
02. In Limbs And Joints
03. Our Time Is Short But Your Watch Is Slow
04. A Gaze Blank And Pitiless As The Sun
05. (Hello) Cloud Mountain
06. Now We Rise And We Are Everywhere
07. We Like You When You're Awkward
08. ...And So We Destroyed Everything

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Manuel

Autoren Bio

Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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