Plattenkritik

Sleepmakeswaves - Love Of Cartography

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Release Date: 29.08.2014
Datum Review: 31.08.2014

Sleepmakeswaves - Love Of Cartography

 

Die Australier um Bandgruender Alex Wilson wissen nach dem perfekt betitelten "...And So We Destroyed Everything" weiter aus dem Raumschiff heraus und in den Filmabspann hinein zu reissen. Wer ausufernden Gitarreneffekten bis dato keine Existenzerlaubnis aussprechen wollte, kommt mit "Love Of Cartography" vielleicht auf den Trichter. Allenfalls klingen die zehn Stuecke des gerademal zweiten regulaeren Studioalbums der Atmo-Core-Heroen, als haetten sie Antworten en masse parat.

SLEEPMAKESWAVES definieren ihre Sparte des instrumentalem Postrock nicht erst seit gestern mit. Schnell scheinen die Qualitaeten der Band aus Sydney durch das Dickicht: "Traced In Constellations" poltert fest und standhaft zu Beginn, laesst dann ueber epische Riffs den Rueckzug gewaehren und verbindet die Elemente aus Science-Fiction-Postkarte, ANGELS AND AIRWAVES-Kulisse und Progressiverock zu einem schluessigen Ganzen mit Spannungskurve und Finesse. "Emergent" bekommt dafuer ganze acht Minuten Zeit, entspingt also dementsprechend gemaechlich und in Zeitlupe, bevor Synthsizer und fluesternde Bassdrum den Song in seine Spur lenken. Zwischen elektronischen Bausteinen und nervoesen Drums finden SLEEPMAKESWAVES ihre Sparte zwischen KARNIVOOL, 65DAYSOFSTATIC oder AND SO I WTACH YOU FROM AFAR und wissen mit weitreichenden Sounds und etlichen Stimmungen alles andere als zu langweilen oder etwaige Vocals zu vermissen.

"Love Of Cartography" laesst mehr Selbstbewusstsein und oft deutlich reifere Momente in den Arrangements durchblicken als das Debut. "Great Northern" ist verspielt und zeitlos, "The Stars Are Stigmata" liefert ebenso Melodie wie Dramaturgie. Dabei stuetzen Wilson, die Gitarristen Jonathan Khor und Otto Wicks-Green sowie Drummer Tim Adderley sich nicht bloss auf ein einzelnes Element in ihrer Musik, Keyboards und Saiten bekommen ebensoviel Raum wie durchgeschleudertes Schlagzeug und Ruhepole, wie etwa das atmosphaerische "A Little Spark". Clever verpackt und ausbruchsfreudig zugleich hauchen technische und klangliche Elemente dem Album definitiv mehr Leben ein als es etwa auf "In Today Already Walks Tomorrow" der Fall war. Bei SLEEPMAKESWAVES klingt das wie Altern nach dem Bilderbuchprinzip. Nicht zuletzt "Something Like Avalanches" als alles umarmender Wegweiser von "Love Of Cartography" unterschreibt diese Mutmassung blind.

Trackliste:

01 – Perfect Detonator
02 – Traced In Constellations
03 – Singularity
04 – Emergent
05 – Great Northern
06 – The Stars Are Stigmata
07 – A Little Spark
08 – How We Built The Ocean
09 – Something Like Avalanches
10 – Your Time Will Come Again

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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