Plattenkritik

Smokey Bastard - Tales From The Wasteland

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Release Date: 17.02.2012
Datum Review: 01.02.2012

Smokey Bastard - Tales From The Wasteland

 

Yippie Kay-Yay, Motherfucker! Auch wenn sich bloß eine Zeile dieses kneipenkundigen Tonträgers der alles überragenden Weihnachtsflim-Triologie widmet, so spricht das Textfitzel „Do You Think John Mcclane Gets Shycock, Taking A Piss With Other Dudes“ im umfegenden „Aspirations, I Have Some“ Bände. Sich den restlichen Müllhaldenmärchen dieses süffigen Sextetts dann unvoreingenommen zu widmen, fällt nicht leicht.


„Unvoreingenommen“ braucht es bei einer englischen Band namens SMOKEY BASTARD aber auch gar nicht. Ab den ersten Sekunden „Wasteland“ wird hier Pub ein- und Punk ausgeatmet, ohne bei der Lebensversicherung nach eventuellen Risiken oder Rezepten zu fragen. Mit imposantem Zirkel aus handwerklich stimmigen Mandolinen, Banjos und Akkordeon treten die Sänger Macca und Mike nicht nur die leeren Gläser vom Tisch, sie schenken mit „Eden Holme (Pt I)“ oder dem Piratenabend-A-Cappella „My Son John“ auch großzügig wieder nach. Ohne das prollige Beiwerk der DROPKICK MURPHYS oder die blanke Stadionattitüde der Westküstler FLOGGING MOLLY erfüllt sich „Tales From The Wasteland“ mit Authentizität und dem nötigen rumpeligen Tobak, der ein Folkpunkalbum 2012 knapp über Mittelmaß entlässt.

Da warten das stampfende und astrein betitelte „Yuppie Dracula“ neben „Mongrel“, welches sich in fünfeinhalb spannenden Minuten vom konventionellen Intro über heitere Chöre in einen rotierenden Refrain austobt um später in wohlproportionierten Soli-Salven aufzugehen. Trotz des energisch vordergründigen Hauptorgans schmiegt sich bei „Dear Mol“ neben zarter Geige auch eine – äh - aufmüpfige weibliche Stimme an die Seite des SMOKEY BASTARD, bevor das Album mit dem finalen ABBA-Cover seinen grollenden Tiefpunkt erreicht.
Gut, dass sich die Band aus Reading bis dahin schon eine gute halbe Stunde Freunde erspielen, Mut antrinken und Material ergröhlen konnte. Denn wer „Mamma Mia“ nüchtern erleben müsste, darf pro erlegtem Pint einen Bewertungspunkt als Pfand behalten.

Trackliste:
01 - Wasteland
02 - Token Folkin'
03 - Eden Holme (Pt. I)
04 - Mongrel
05 - My Son John
06 - Mong Some Hoof
07 - Yuppie Dracula
08 - Boatepitaph (Pt. II)
09 - Cheer Up, Love (Worse Things Happen At Sea) (Pt. III)
10 - Aspirations, I Have Some
11 - Dear Mol
12 - Bad Reception
13 - Mamma Mia

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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