Plattenkritik

Society Off - Carry Or Collapse

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Release Date: 17.09.2011
Datum Review: 17.01.2012

Society Off - Carry Or Collapse

 

Tausend tolle Sachen, die gibt es überall zu sehen, manchmal muss man fragen um sie zu verstehen. Demzufolge wirft das Koblenzer Gespann um Marv, Flo, Dominik und Chris seine Zweifel offen auf den Tisch. Zuhören muss dann schon jeder selber.


Und als nächstes? Durchhalten oder zusammenbrechen? Die Debüt-LP dieses deutschen Hardcorepunk-Vierers entblättert sich ohne zu fragen ab „Fingers Crossed“ über das midtempo-fließende „Drop Words Built Ruins“ bis hin zum irgendwie kanadisch klingenden „Scales“. SOCIETY OFF, so das Motto, wird artig eingehalten und es darf gekreischt, gerifft und geknüppelt werden, dass die FLATLINERS oder STRIKE ANYWHERE mit dem Finger drauf zeigen. Doch nicht nur gesanglich hakt die Band sich gelegentlich zwischen Stühlen und tonalen Steinwürfen fest, kaum einer der elf Songs beweist eigenen Charakter oder Wiedererkennungswert. Melodien und Arrangements eilen nüchtern herbei, werden aber nicht an brüchigen Gaffern wie „Every Now And Then“ oder bauchlosen Hektikstößen („Bloody Headlines“) vorbeigelassen. Im Ansatz wird deutlich, wo „Carry Or Collapse“ mit seinen wütenden und sozialkritischen Beiträgen sich wohl fühlt, aber zu viele Steine, Tücken und handwerkliche Wunden lassen die Strecke zum energischen und mitreißenden Album holprig zurück.

Leider hilft auch der Mastering-Stempel aus dem Blasting Room (Jason Livermore, Bill Stevenson) nur wenig, wenn das Produkt zu behaftet ansetzt. „Cut Into Billions“ brät der ländlichen Ruhe dennoch gut eins über und genauso „Pay The Prize“ drückt im Ansatz - so könnte ein Neumischen der Puzzleteile im Hause SOCIETY OFF sicherlich Wunder bewirken. Was Musikrichtung oder Absicht der Band aus Rheinland-Pfalz angeht, muss hier nicht mehr erläutert oder bewiesen werden - Arschtritt und Bühnenschweiß lassen grüßen. Wem tausend tolle Sachen optisch alleine jedoch nicht reichen, wird bis zur zerrockten und kompletten Sättigung noch eine Weile zählen müssen.

Trackliste:
01. Fingers Crossed
02. Cut Into Billions
03. Drop Words Built Ruins
04. Every Now And Then
05. The Streets We Walk
06. Prime Time
07. Hard To Colour
08. Bloody Headlines
09. Scales
10.Pay The Prize
11. My Tickin´Heart

Alte Kommentare

von Hoschi 18.01.2012 12:16

Ich find die Platte gut. Melodien gehen gut ins Ohr, abwechlsungsreich find ichs auch. Von mir ne sieben. Live saugut und sehr sympathische Band

von baths 18.01.2012 14:27

wie alle reviews von Moppi ziemlich subjektiv... 6 oder 7 hätte man geben können.

von Mark 18.01.2012 16:30

Also, wenn es eine Band gibt die unsympatisch ist, dann diese Bande!

von john-boy 24.01.2012 21:08

kann der band auch nichts abgewinnen. live hört sich schon jeder song gleich an, auf platte noch viel mehr. keine abwechslung, immer das selbe schema. der gesang ist zudem absolut nicht mein fall, aber das ist dann ja eher geschmackssache. würden halt gern bei den großen im (hardcore)punk mitspielen, aber wenn sich da nichts ändert, wird das wohl nichts.

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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