Plattenkritik

Soul Control - Cycles

Redaktions-Rating

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Release Date: 25.09.2009
Datum Review: 11.09.2009

Soul Control - Cycles

 

Der Klischeefalle entkommen, indem man sich authentisch und mit Blick nach vorne an der Vergangenheit orientiert: SOUL CONTROL aus Providence beweisen auf ihrem endlich erscheinenden Debüt, dass das kein Widerspruch sein muss.

Alles verläuft in Zyklen. Alles kommt wieder. Früher oder später. Und meistens werden jene Bands emsig beklatscht, die als erste wieder aufwärmen, was tausende bereits vor ihnen gemacht haben. Nennt es aktive Vergangenheitsbewältigung, nennt es auditiven Diebstahl von den Guten, nennt es stillen Gehorsam des Kanons. SOUL CONTROL, mit neuem Sänger (ex-ACHILLES), jedoch gehören zu jener recht selten gewordenen Spezies Band, die aus der Vergangenheit auch für den Hörer packendes Kapital zu schlagen vermögen.

Der Groove, die Energie, die schiere Spielfreude gemahnen in diesem Kontext natürlich mehr als einmal an selige Neunziger-Helden. Eine Zeit, als Hardcore sukzessive verspielter, kopflastiger, sperriger und auf eine andere Art und Weise energetischer wurde. Eckdaten sind mit BURN, SNAPCASE und (mit einigen Abstrichen) QUICKSAND schnell genannt. Wobei SOUL CONTROL ihren präzise auf den Punkt gespielten und - Rory Van Grol sei dank - nicht affektiert aggressiv wirkenden New School-Sound oftmals auf einem fiebrigen, noisigen Fundament aufbauen. Der Vergleich zur alten AmRep-Garde steht da durchaus nicht nur als bemühte Referenz der Andersartigkeit im Raum. Der Opener 'Beyond Words' ist so ein noisegetränkter, schräger Brocken, der mit ausladendem Groove und Stop-and-Go-Ästhetik direkt ins Haus fällt. 'Pursuing Ghosts' wiederum dürfte einer der heißesten Kandidaten auf den Kopfnicker-Song-des-Jahres sein. Wer will, darf in Teile des Songs auch gerne alte HELMET reininterpretieren. Überhaupt schreiben SOUL CONTROL Songs, die auf gängige Ingredienzien des Hardcore-Kanons verzichten, viel Wert auf abwechslungsreiche Gitarrenarbeit legen und einfach nur als dicht zu bezeichnen sind. Kleine, zunächst unscheinbar wirkende Details halten 'Cycles' auch über einen längeren Zeitraum spannend. Das sphärische Finale von 'Silent Reality' beispielsweise oder der verschnörkelte Einstieg von 'Playing Coward'. Der Vierer setzt das Mosaik groovebetonten Introspektionshardcores analog zu ihrer im Vorfeld veröffentlichten Vierer-7��-Serie (deren Songs sich neu aufgenommen hier wieder finden) stets auf höchstem Energieniveau wieder neu zusammen.

Spannend wäre vielleicht noch gewesen, zu erfahren wie 'Cycles' unter der Ägide von jemandem wie Steve Albini aufgenommen geklungen hätte. Jay Maas liefert hier allerdings eine der durchschlagendsten Aufnahmen seiner Produzentenkarriere ab.

Tracklist:

01: Beyond Words
02: Pursuing Ghosts
03: Like Spiders
04: Silent Reality
05: Playing Coward
06: You�d Sing Too
07: Fundamental Forces
08: Flux
09: End Times
10: Life Circle
11: Ashes To Iron
12: Cycles

Alte Kommentare

von ian 11.09.2009 22:29

mist da war jemand schneller mit dem review... treffendes, gutes review und das neue album ist sogar noch besser als das ohnehin schon solide "involution". etwas aggressiver zudem. mir gefällts gut. dito 8

von Sven 12.09.2009 09:20

...bin höchste gespannt und erwartungsvoll. konzerte mit neuem sänger waren richtig richtig gut. sie 7 " vom album schon mal ein schöner teaser. und wer dann noch dinosaur jr, covert.....

von simon 12.09.2009 13:18

ich war enttäuscht als ich hörte, dass der erste sänger die band verlässt. hatte SC märz 08 mit alten sänger gesehen, sie waren gut. hatte SC abgeschrieben, dann cycles. und wieder live gesehen letzten monat mit neuem sänger, sie waren besser! einzige kritik am review: ein paar wochen zu spät :P

von Raphael 12.09.2009 14:04

Finde das Album durchweg gut. Wächst vor allem mit jedem Hördurchgang. Und für eine HC-Platte ist das schon mit ziemlichen vielen hübschen Details gefüllt. 8P

von loki 14.09.2009 11:51

vö laut amazon: 25.09. prost

von Fab 14.09.2009 15:03

album geht klar 7/10

von arndt 02.10.2009 11:47

Wieder mehr räucherstäbchen auf der bühne!

von Raphael 17.10.2009 20:56

Es wächst und wächst. Der letzte Song ist so übermäßig..

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René

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