Plattenkritik

Steel Nation - Forever Wounded

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 13.10.2009
Datum Review: 30.01.2010

Steel Nation - Forever Wounded

 

Mit toughem Hardcore ist es ja immer so eine Sache. Die eine Sparte, in der so genannten Szene macht sich drüber lustig und bleibt bei depressivem schleppenden Bands wie Life Long Tragedy und zwanghaften Modeimage . Die andere gibt sich beleidigt und sorgt mit massenhaft lächerlichen Outputs von Cunthunt bis Nasty und Dicke Hose Image für Gelächter und Fremdschämgefühl. Da beide Lager in ihrem Potenzial für Peinlichkeiten gar nicht so verschieden sind , wird hier oft außer Acht gelassen. Fakt ist, das auch auf der Diskussionsplattform Allschools immer wieder Rufe nach mehr Reviews aus tougheren Gefilden laut werden.

Rückblickend auf 2009 beweist Steel Nation besser als keine andere Band authentisch, dass es auch hier anders geht und wirft mal eben so ein absolutes Brett auf den überfüllten Markt .
Steel Nation kommen aus Pittsburgh, einer Hochburg der Stahlindustrie in den USA, in so fern könnte der Name nicht besser passen. Aber auch musikalisch erinnert der kalte Sound der Band durchweg an Metall. Vor allem durch die durchgehend vorhandene Double-Bass und den rauen Fronter, der erst durch einen Lineupwechsel nach dem letzten Album , zur Band stoßen konnte. Glücklicherweise, kann man hier sagen. Da der zweistimmige Gesang den dreckigen Charme von „Forever Wounded“ ausmacht. Keins von beiden Elementen langweilt und gibt der Platte eine Eingängigkeit die nie langweilt oder unkreativ erscheint. Gepaart mit den treibenden Gittarrensound und den Thrashmetal gleichenden Gittarensolos ergibt das ganze eine brutale Mischung die wie eine Faust dein Gesicht trifft. Ein moderner Hardcoreklassiker der musikalisch definitiv in den 90ern anzusiedlen ist, böse und aggressiv wie Madball oder metalbeeinflusste Clevo-Bands wie Integrity.
Das zeigt sich schon im Intro,. der Begriff Hardcorepunk tritt hier sehr in den Hintergrund. Das Ganze ist sehr Metalbeeinflusst, man wagt es aber nicht an Metalcore zu denken. Denn bereits der Opener „A War Within“ macht klar in welche Richtung hier gespielt wird und in wie fern Steel Nation ihr Handwerk beherrschen. Der Sound bleibt tief , rau und schleppend. Der abwechselnde Gesang von Bassist und Gitarristen bringt hier die gewollte Abwechslung, so dass sich das Album zu einer rollenden Dampfwalze entwickelt, die erst vor dem Titeltrack „ Forever Wounded „ kurz zum Stillstand kommt . Das Intro beginnt langsam mit dem passendsten Gitarrensoli das ich in letzter Zeit gehört habe ,um dann mit einer Soundwand den Rest des Songs loszutreten. Durch das Intro wird der Song auch der absolute Übersong des Album, der nach dem 30ten mal hören nicht langweilig wird. Wenn man hierbei überhaupt von einem Hit sprechen kann , denn bis zum Schluss von Forever Wounded wird das Tempo beibehalten und das alles passt, wenn es erst mal gezündet hat, so gut zusammen dass man den Groove in Gitarre und Bass nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Es ist ganz klar das hier Bands wie Biohazard und Merauder als Vorbild dienten.
Aber welche Band hat zuletzt so gut kopiert und gleichzeitig eigene Elemente eingebracht?
Textlich beschreibt „Forever Wounded“ die Grundstimmung des Albums gut , es geht durchgehend um zwischenmenschliche Problemsituationen und Ereignisse im eigenen Leben , jeder Song erzählt hier eine kleine Geschichte. Natürlich verfällt man hier stellenweise einem gewissen Pathos, was aber anders gar nicht gehen würde und einfach zur Stimmung der Platte passt. „the lower man , it’s tooth for a tooth , no respect for life, no time for the truth !“
Die Produktion ist ein großer Bestandteil der 13 Tracks. Ohne die druckvolle Produktion würde einiges an Potenzial verloren gehen, insofern kann man froh sein dass auch hier erstklassig abgestimmt wurde.
Letztendlich muss ich selber dem Pathos verfallen: So soll echter Hardcore klingen!

Tracklist

1.Intro
2. A War Within
3. Prayer For Isolation
4. Last Man Standing
5. Forever Wounded
6. Up In Smoke
7. Day By Day
8. Blind To The Truth
9. Odysseus
10. Faded Memories
11. Reaching The End
12. Lost On Me
13. Downfall Of Humanity

Autor

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Fabian W.

Autoren Bio

living the simple way

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