Plattenkritik

Steve From England - Rooney!

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Release Date: 29.08.2012
Datum Review: 21.09.2012

Steve From England - Rooney!

 

Eigentlich wollte Stefan nur kurz Milch kaufen. Als er sich in seinen löchrigen Sofaschlappen auf dem Weg zum Eckladen wiederfand – in dieser Welt voller Missmut und Oberflächlichkeiten, Habgier und Eigennützigkeit - entschied er sich um. Ein Ventil musste her. Eines, mit dem Stefan sich identifizieren konnte, welches er für sinnvoll und bestimmt hielt. Vielleicht zwanzig Minuten würden ihm bleiben - dann würden Frau und Kind, Freunde und Familie sicher Verdacht schöpfen.
Die Milch war vergessen. Stefan begann zu laufen.



Erst langsam, neben zögerndem Gitarrenpicking, über das vernebelte Kopfsteinpflaster. Dann schlagartig ausbrechend, mit klarem Ziel, deutlich und noch geradliniger, als er es mit „Serenity Is Just A Relic“ zuvor angedacht hatte. Ein Schlagabtausch im halben Dutzend. Umarmend, zerreißend und aggressiv, so haben sich „Black Flags“ und „No Courage, No Convict“ ihren Zieleinlauf ausgemalt. Die geballte Faust auf der eigenen Brust statt bis zur Unkenntlichkeit verzerrter Gitarren oder bulliger Spinnereien („Condescending“) - die Stimme zwischen Zweifel und Melodie ausharrend („Just Another Wisdom, Kid“) verkloppt Stefan Wut und Empörung - verpackt im profunden Hardcore-Spektrum der alten Schule. „What Is The Price To Pay / We Make It Up Today“.

Stefan will niemanden belehren und keiner Person Honig ums Maul schmieren. COMEBACK KID, REFUSED manchmal sogar DEFEATER, sagen die Leute. „I Hereby Declare The End Of Truce“ entgegnet Stefan. „Rooney!“ ist spürbares Ergebnis zwischen „Bock auf den Scheiß“ und einer liebevollen Backpfeife vom besten Kumpel. „You Can´t Hide Behind These Empty Words, These False Ideals, This Wrong Belief“.
Das Schlagzeug metert, Stefan bleibt gerade genug Luft um seine Worte unterzubringen. Trotzdem muss er nicht mit sich ringen sondern steht mit beiden Füßen sicher und fernab von Blindgängern und Belanglosigkeiten. Denken will er nicht zu viel, Stefan lebt lieber drauf los.

„And I Was Just A Kid, And Youth Is Forever Gone“. Zwanzig Minuten sind vergangen. Milch? Couch? Eher ein pochendes Herz und das Verlangen nach der Repeattaste. Bitte sieh zu, dass Du nicht so schnell nasse Füße bekommst, Stefan. „Rooney!“ verspricht das Gegenteil. Nur die Welt muss das jetzt noch kapieren.


Trackliste:

01. Black Flags
02. Condescending
03. No Courage, No Convict
04. Just Another Wisdom, Kid
05. End Of Truce
06. Privilege



"Rooney!" kann ebenso wie das Debütalbum "Serenity Is Just A Relic" gratis auf der Homepage der Band heruntergeladen werden.

Alte Kommentare

von Stefan 21.09.2012 15:35

SERENITY war schon der Oberhammer...zwar nicht sehr originell, kommt jedoch in Sachen Abgefaktor und positiver Energie locker an ganz alte COMEBACk KID-Sachen ran. Eine einfach nur supersmpathische, hungrige Band, die Ihr hier bei ALLSCHOOLS dankenswerterweise völlig zu Recht unterstützt.

von Ray 21.09.2012 15:55

Dachte von Namen her erst immer an sowas wie die Dropkick murphys und habs darum nicht angehört, aber meine Fresse, das ist ja wahnsinnig gut. Die sollten echt viel bekannter sein.

von Siren 21.09.2012 17:03

OH SIREN !

von TIME IN MALTA-Gedächtnissolo :-) 21.09.2012 17:04

http://www.youtube.com/watch?v=ddNNvqQBUQI&feature=plcp

von portal 25.09.2012 16:52

stimmt comeback kid sind ein guter vergleich;)

von wtf 28.09.2012 16:45

musik von bauern für bauern!

von Jack Bauer 28.09.2012 18:09

Aber hallo ! www.facebook.com/WLL.Bauer Was genau stört Dich denn an den wunderbaren STEEVE FROM ENGLAND so ?! Und dann bring mal Alternativen, anstatt nur zu meckern. Ekelhaft.

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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