Plattenkritik

Strapping Young Lad - The New Black

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Release Date: 17.07.2006
Datum Review: 07.07.2006

Strapping Young Lad - The New Black

 

Der Kanadier Devin Townsend gilt zweifelsfrei zu einer der schillerndsten Persönlichkeiten der Heavy Metal Szene. Das gilt einmal für seine kuriosen musikalischen Veröffentlichungen mit Strapping Young Lad als auch mit seiner Soloband, dazu ist er bekannt als ausgezeichneter Produzent (Soilwork's "Natural Born Chaos" als Beispiel) und nicht zu letzt seine hochgradig amüsanten Interviews in diversen Magazinen. Kurzum, der umtriebige Bursche ist eine Kultfigur.

Mit "The New Black" schmeissen Strapping Young Lad nunmehr Album Nummer 5 auf den Markt, musikalisch so wirr, konfus und gleichsam genial wie eh und je. Wie beschreibt man knappe 43 Minuten Wahnsinn, die aus Townsends krankem Gehirn entstanden? Technisch hoch anspruchsvoller, komplexer Extremmetal, dennoch immer wieder aufgelockert durch überraschende Melodien. Gespickt mit teilweise bizarr zuckenden Synthie-Einschüben. Über all dem keift, singt, gröhlt Townsend, unwahrscheinlich variabel und stets zur jeweiligen Situation passend. Dazu kommt ein Drumming, punktgenau, abwechslungsreich und hoch technisch. Nicht wenige Insider der Szene halten genau deshalb Gene Hoglan für einen der besten, wenn nicht den besten, Drummer des Genres. Was erst recht verwundert, wenn man bedenkt, dass Hoglan nicht unbedingt die sportlichste Figur besitzt.

Ein Intro gibts nicht, Decimator treibt auf der Stelle nach vorne, aber erst spätere Songs wie Antiproduct oder das göttliche Wrong Side zeigen auch die so unnachamlich, weil unerwarteten Einschübe herrlicher Melodiebögen. Das mit dem herrlich sinnentleerten Titel ausgestattete "Fucker" dann treibt groovend im Midtempo, und erinnert an Fear Factory. Und das folgende "Almost Again" ist das krasse Gegenteil. Hochgradig melodisch, schnell, mit feinsten Hooks bestückt und einigen Blasts ausgerüstet.

Kurzum: Strapping Young Lad sind definitiv eine der exotischsten Bands unserer Zeit. Und diese Eigenständigkeit macht das Schaffen des Herrn Townsend so wertvoll.

Tracklist:
1. Decimator
2. You Suck
3. Antiproduct
4. Monument
5. Wrong Side
6. Hope
7. Far Beyond Metal
8. Fucker
9. Almost Again
10. Plyophony
11. The New Black

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Moritz

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