Plattenkritik

Superbutt - Music For Animals

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 23.09.2011
Datum Review: 14.09.2011

Superbutt - Music For Animals

 

A) Wer SUPERBUTT sagt, muss auch SUPERBUTT machen. Da kommt ein umfassender Kahlschlag gerade recht: Oberbefehlshaber Andras Voros setzt kurzerhand alle Mitglieder vor die Tür (oder diese sich selbst), kehrt mit erneuertem Line-Up (u.a. Mitglieder von BRIDGE TO SOLACE, A LOSING SEASON) in den Proberaum zurück und lehrt die Welt von Ungarn aus das Fürchten. Touren mit PRO-PAIN, IGNITE´s Zoli als Produzent oder die Mainstage des 2005er With Full Force sind die logischen Konsequenzen, mit denen das metallische Hardrockquintett oder auch hart rockende Metalgetüm selbstsicher und professionell umzugehen weiß.

„Music For Animals“ klingt ebenso logisch, denn B) wo SUPERBUTT draufsteht muss auch SUPERBUTT zu hören sein. Ob das Animalische dann als Metalriff anhimmelnde Verniedlichung von VOLBEAT bei „Cleaver“ oder dunkler rockend und rollend bei der Vampirnummer „Natasha“ vom Band schallt, kann man mit Hilfe der Skiptaste selber bestimmen. Muß man aber nicht, denn an das röhrende und protzige Organ von Voros kann man sich gewöhnen. Bei „Best Plays“ setzt es etwas plärrend und jaulend ein, dafür entschädigt „Of This Gloom“ mit Melodie und der Familienpackung Doublebasseinsatz. „Music For Animals“ ist kein Debütalbum und klingt auch dementsprechend: Reifes Songwriting, stämmige Produktion und stilistisch angehaucht vom roten Faden, der sich ohne Knoten oder Rumgefussel vieler Einflüsse und Anleihen bedient.
„Evil Blues“ lässt TITO & TARANTULA nach einer Adrenalininjektion aus dem versifften Baumwollsack, vom klassischen Südstaaten(g)riff bis zur Speedmetal-Walze fährt der SUPERBUTT-Van scheinbar mit jedem verfügbaren Tropfen. Seit über einem Jahrzehnt sind die Budapester international am werkeln, heimsen Erfolge oder Airplays ein und verprügeln ihre Instrumente auf Bühnen zwischen Frankreich und Moskau.
Dass hier nicht vollblütig umsonst geackert und gerödelt wurde, beweist ein zehnstimmiges Metalalbum mit persönlicher, und ausnahmsweise mal nicht hipper oder modern abgekupferter Kante. Denn: C) Auch wer sich SUPERBUTT schimpft, ist hinterher nur ein Haufen engagierter menschlicher Rockverrückter.

Trackliste:

01. Cleaver
02. Best Plays
03. The Devil You Run With
04. Natasha
05. Out Of Reach
06. Of This Gloom
07. Ugly Head
8. Evil Blues
9. Revolting Kids
10. The Murder Of Socrates

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media