Plattenkritik

Supermutant - FRVR

Redaktions-Rating

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Release Date: 14.12.2012
Datum Review: 06.12.2012

Supermutant - FRVR

 

Man könnte der folgenden kleinen Band aus dem großen Mönchengladbach auf das erste Hören die Popschüssel zuschieben und sagen: "Nun löffelt diese Suppe mal schön selber aus." Doch weit gefehlt. Vielleicht klingt das auf den ersten Ton nach schnöder Popmusik, aber wenn SUPERMUTANT anfangen die Suppe zu löffeln, dann direkt mit der Kelle. Denn so einfach wie populär sind sie bei Weitem doch nicht.

Das erste Album der Rheinländer beginnt relativ basal, doch dann fächern SUPERMUTANT ihr gesamtes Können auf und das ist mehr vom Typus "Fricklerindie". Sie könnten so leicht in die Fußstapfen von VIERKANTTRETLAGER stapfen, aber davon distanzieren sie sich schnell, auch wenn der Vergleich zunächst Nahe liegt. SUPERMUTANT sind defintiv besser gehobelt und klingen nicht ansatzweise so rau wie die Nordlichter aus Husum ohne dabei aber glatt poliert zu wirken. Vielmehr suchen sie die Erfüllung in kleinen Spielerein und erinnern teilweise eher an AMERICAN FOOTBALL oder THIS TOWN NEEDS GUNS. "Brady Cardia" sei hier als Anspieltipp unbedingt zu erwähnen. Allerdings geht auch manchmal nachdrücklicher und kraftvoller zur Sache und eben deutschsprachig. Verzerrte Gitarren wird man dennoch vergebens suchen. Nachdruck und Kraft gehen auch anders. Klare Gitarren haben auch Kraft.

Diese wunderbare Klarheit der Musik steht in leichtem Kontrast zu Text und Gesang. Die Auswahl der Sprache tut der Feinheit zunächst keinen Abbruch, könnte doch die Befürchtung aufkeimen, diese sei für solcherlei Musik zu grobschlächtig. Sie untermalt hier aber eben den instrumentalisierten Nachruck. Und so frickelig die Musik, so frickelig die Texte. SUPERMUTANT kommen nicht auf den Punkt, reden aber auch nicht um den heißen Brei herum, sondern eröffnen den Raum als Spielwiese für Eigeninterpretationen. Darf man zum Vergleich hier TOMTE oder KETTCAR heranziehen? Inhaltlich schon, doch so ganz wird man SUPERMUTANT damit nicht gerecht. Sie sind und wirken jünger, ausgeschlafener, kraftvoller und weniger nölig, aber auch nicht so verzweifelt wie zum Beispiel CAPTAIN PLANET. Doch eben auch nicht so glatt wie erwähnte AMERICAN FOOTBALL. In der Musik könnte man sich verlieren, der Gesang gibt aber ganz klar die Richtung an.

Vermutlich sollte man diese Band im Auge behalten. Das ist etwas Feines, was die Hoffnung am Leben erhält, das deutschsprachiger "traditioneller" Indie noch nicht verloren ist.

Tracklist:
1. 1930
2. Diamant
3. Brady Cardia
4. Luft Ist Nicht Nur
5. Gold Auf Der Zunge
6. Cancertwins
7. La Traviata
8. Lichterloh
9. Im Rausch Der Liebe
10. Sopor

Alte Kommentare

von erol 07.12.2012 11:04

Das Album klingt ja spannend, aber warum denn i m m e r n o c h Myspace Links?!?

von Clement 07.12.2012 11:25

geändert. danke

von STefan 09.12.2012 01:57

Gestern in Hamburg gesehen. Vielleicht fahr ich Donnerstag noch nach Berlin. Ohne Scheiß ein absoluter Live-Hammer.

von zeitstrafe.. 17.12.2012 11:37

..war doch mal nen label für guten punk / hc, oder? jetzt banaler quatsch?

von Was??? 17.12.2012 11:56

Darf man zum Vergleich hier TOMTE oder KETTCAR heranziehen? Nein, darf man nicht! Absolute Profis mit ganz schlimmen Amateuren zu vergleichen! Das hier ist ganz schlimme Popmusik. Gruselig!

von GENIAL! 21.12.2012 11:21

Das ist gottverdammt ein geniales Album. Danke.

von hahahaha 21.12.2012 12:38

gottverdammter Popmüll

von schade 21.12.2012 16:31

dass man nicht 0/10 punkten geben kann

von Kann man doch 21.12.2012 17:02

Mach einfach 'ne eigene Website auf...

von strafemussnichsein 21.12.2012 17:48

puh, was für eine enttäuschung dieses album, diese band, dieses label... next big thing, oder was? hipsterschrott, sorry!

von benno 28.12.2012 16:22

eine wirklich ätzende gruppierung

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Jule

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wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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