Plattenkritik

Sweatmaster - Anima

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Release Date: 13.07.2007
Datum Review: 08.06.2007

Sweatmaster - Anima

 

Die Zeit im hohen Norden Europas scheint ein wenig anders zu ticken, als in „unseren“ Breitengraden. Wo hier Alben im 2 Jahres-Takt rausgebracht werden „müssen“, um als Band in aller Munde zu sein, reichen in Finnland auch mal fünf ganze Jahre. SWEATMASTER aus Turku melden sich wieder zurück und bringen immer noch das, was ihr Name so lauthals verspricht. Schweißtreibend dreckig durch die Gegend hüpfenden Rock mit auf- und überdrehten Gitarren aus der verstaubten Tiefe der finnischen Garagenlandschaft. Schweinerock aus dem Schneegestöber. Was gibt es schöneres, um sich daran im keimenden Frühling zu wärmen, bzw. kühlen (je nach Wetterlage).

Noch immer wird kräftig gerumpelt, und während der Opener noch latent an Punk-Einflüsse von MISFITS über RANCID denken lassen, präsentiert sich „Animal“ als Beat-betonter Mitgehgarant mit zackigen Gitarren. Eben hier taucht schon die verwirrendste Eigenheit von „Animal“ (dem Album, sowie dem Song): Alle Stücke erinnern frappierend an Versatzstücke anderer Songs. Man kann nicht wirklich genau mit dem Finger darauf zeigen, aber wie wäre es denn mit dem Refrain in „Animal“, der thematisch und eben textlich sehr nah dran ist an dem gleichnamigen Tanzbodenfüller der DUELS. Und Allschools investigiert weiter: „Cut Up In Half“ baut komplett auf der markanten „Tame“ Bass-Line der PIXIES auf. Schock! Skandal! Die PIXIES als Inspirationsquelle, das ist nun doch sehr fantasievoll (not). Dass der Song dann doch noch ganz gut rockt, erinnert sowohl daran, dass die ge-reuniteten PIXIES mal ein neues Album versprochen haben, und eben, dass SWEATMASTER in der Lage sind eine gute Vorlage umzusetzen. Dann gibt’s noch eben ein bisschen QUEENS OF THE STONE AGE in „Everybody Thinks They Know You Got A Broken Heart“ und Garagenrock von MC5, über die STOOGES hin zur (INTERNATIONAL) NOISE CONSPIRACY.

5 Jahre Wartezeit und Riff-Verwurstung hin oder her, „Animal“ ist ein ordentliches zweites Album, das kaum Längen vorweist, ordentlich die Garage zum poltern bringt, aber leider auch erahnen lässt, wer die wahren Meister des Fachs sind.



1.Down To Size
2.Animal
3.Dead Legs
4.Do What You Do To Me
5.Cut Up In Half
6.I Have Your Eyes
7.In Limbo
8.Calling Satan, Let Me In
9.Filler
10.Blisters
11.World Of Disease
12.Everybody Thinks They Know You’ve Got A Broken Heart

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Dennis

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