Plattenkritik

Swingin' Utters - Fistful Of Hollow

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Release Date: 11.11.2014
Datum Review: 12.11.2014

Swingin' Utters - Fistful Of Hollow

 

Es braucht kein astronomisches Ausmass, um die Qualitäten der SWINGIN' UTTERS und ihren mittlerweile stabilen Sound auf den Punkt zu bringen. Alles - ausser gute Manieren - hat die Zeit der Punkband in den Nacken gebrannt. Warum also sollte "Fistful Of Hollow" einen Umweg gehen und Johnny Peebucks verkrampft, zufrieden oder alleine zurücklassen?

Demnach macht das neunte Studioalbum der Punkrockband aus San Francisco keine Anstalten. Zumindest keine unerwarteten: "Alice" wärmt sich kurz auf, dann poltern die Kalifornier rotzig und verzerrt die Kellertreppe hinunter. Schweiss, Scherben, beschwipstes Tanzen im Schlamm. Im knapp hundertsekuendigen Titeltrack bedeutet das straighten Rock'N'Roll sowie die vergleichsweise engelshafte Stimme von Gitarrist Darius Koski, zu "Napalm South" gibt es verspielten Folk und bruederliche Schützenfest-Percussion. Die SWINGIN' UTTERS haben noch immer keinen Platz auf dem Trittbrett gebucht und bieten der Akustikgitarre bei "More Or Less Moral" höchstens einen schrammligen Fensterplatz an. Die Landschaft zieht auch beim nachdenklichen "From the Towers to the Tenements" vorbei wie das Leben, noch weniger geht es "Fistful Of Hollow" ums Lueckenschliessen oder Diskutieren.

"Spanish" heisst Highspeed-Country mit grantigen, markanten Vocals, "Tell Them Told You So" liefert druckvollen Midtempo-Punkrock wie er sich seit "Five Lessons Learned" pudelwohl und schlicht richtig anfühlt. Bei Lautstärken und Stimmungen von null bis hundert balancieren die SWINGIN' UTTERS Instrumente und Dynamik wie die Profis und kredenzen mit "Tonight's Moons" selbst im letzten Albumviertel noch Zunder, der zum Finale mittels "End Of The Weak" auf UTTERsche Art entschärft wird. Nicht mehr, nicht weniger als einen logischen, ansteckenden und wohl durchdachten Nachfolger zu "Poorly Formed" durfte man erwarten. Nicht mehr und nicht weniger reichen Dalrymple, Koski, Peck, Bonnel und Drummer Greg McEntee in Form von fuenfzehn Stuecken, die mit einer bunten Palette alles auffahren - ausser Anstalten.


Trackliste:

01: Alice
02: Fistful of Hollow
03: Tell Them Told You So
04: From the Towers to the Tenements
05: Napalm South
06: More Or Less Moral
07: I’m Not Coming Home
08: Spanish
09: Tibetan Book of the Damned
10: Agonist
11: We Are Your Garbage
12: Tonight’s Moons
13: No Talking
14: Unaffected
15: End of the Weak

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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