Plattenkritik

Sylvan - Presets

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Release Date: 16.02.2007
Datum Review: 24.05.2007

Sylvan - Presets

 

„..how to keep on, to keep on“ heißt es im ersten Song ‚One Step Beyond’ der gleich zu Beginn einen Eindruck auf das was da kommen wird gibt, denn im Verlaufe des Albums verändert sich im Grunde nichts bei SYLVAN. Ich würde ihre Musik gerne so umschreiben: Technischer, progressiver, emotionaler, Poprock.
Wer auf das brachiale Brett oder die Bikerhymne wartet, wird von SYLVAN sicherlich enttäuscht sein. Das Quintett legt mehr Wert auf eingängige Ohrwürmer, wie „For One Day“, der schon etwas fixer ist, aber im Endeffekt ein ähnliches Klangschemata, auch bezüglich der Steigerung, bietet, wie es COLDPLAY nur allzu gerne tun. Und so habe ich dann doch eine Band gefunden, mit der ich versuchen kann SYLVAN bildich darzustellen, auch wenn der Gesang von Marco Glühmann wirklich besser ist, als die des Paltrow-Laufhündchens.

Dem Booklet nach, haben SYLVAN bereits fünf Alben herausgebracht, sind aber dennoch um den großen nationalen Durchbruch drum rumgeschliddert, was eigentlich wundert, denn auch wenn wir hier ein TDS-Album vor uns liegen haben, muss der Band zu gestanden werden, dass ihr Arrangement mit nur einem Wort umschrieben werden kann: GROß! Piano, Streicher, Effekte, aber ohne überproduziert zu wirken, sondern klanglich sehr different. Spielen die überhaupt jemals einen Powerchord? Ich bin mir da nicht sicher, aber dafür bieten SYLVAN einem sehr viele chice Harmonien und verträumte Passagen. Jeder der Musiker weiß, was er tut und minimalistische Tendenzen kann ich hier nicht entdecken, es klingt halt nur umheimlich homogen. Schön vor allem, dass der Sänger tragende, aber auch dynamische Melodien singen kann und partiell an den Sänger von LIVE erinnert. Stücke wie „On The Verge Of Tears’ oder der finale Titel ‚Presets’, bei dem die Band die Progkeule rausholt und wo überraschenderweise ein Frauenchor gegen Ende zum Einsatz kommt, entfalten das Talent SYLVANS und der Sänger lässt seine Vocals über allem anderen schweben und man bekommt ein großes Ganzes an sphärischen Klangwelten geboten und nicht nur kleine Häppchen, wie bei anderen Bands. Allerdings stört mich ein wenig, dass Vokalist Marco etwas zu häufig seine Kopfstimme einsetzt. Im Gegensatz dazu fehlt der ‚Rockröhrenanteil’ gänzlich. Eine Verteidigung könnte nun sein: Das würde nicht passen. Ich sage doch, es kommt nur darauf an, wie man es macht. Möglich ist alles!

Abschließend, kann ich in meinem Fazit nur sagen: Wunderbare Musik, einfach schön, wie ANBERLIN, für Momente des Glücks, der Zufriedenheit und hinweg gleiten in eine Traumwelt voller Blumen und Schmalzkringel…aber ich mag solche Musik im Grunde nicht wirklich, weil es bei 12 Tracks dann doch irgendwann recht üppig wird und einfach…nichts passiert, was aufschreckt. Aber aus technischer Sicht, ist SYLVAN eine Band auf sehr hohem Niveau und ich wundere mich wirklich, warum es eine solche Gruppe in unserem kleinen Land gibt und noch niemand auf die Idee kam, die mal im Radio zu spielen oder ihnen einen dicken Vertrag anzubieten. In Zeiten von Tokio Hotel und Co. wäre dies eine wunderbare Bereicherung für den Popmarkt!


Tracklist

Side A

1. One Step Beyond
2. Signed Away
3. For One Day
4. Former Life
5. On The Verge
6. Of Tears
7. When The Leaves Fall Down
8. Words From Another Day

Side B

9. Cold Suns
10. Hypnotized
11. Heal
12. Transformity Times
13. Presets

Autor

Bild Autor

Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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