Plattenkritik

THE LORANES - Trust

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 16.10.2015
Datum Review: 15.09.2015
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. Black Car White Car
02. Servant Of Fear
03. Easy
04. Dead End Road
05. Suicide Leaders
06. Lonely Girl
07. (Hey) You Said
08. She Ain't You
09. Breathe In
10. Bore Me To Death
11. Trust

Band Mitglieder

 

Mammut - Bass, Gesang
Elias - Drums
Pat - Gitarre

THE LORANES - Trust

 

Schnauzbärte und lange Haare haben schon lange keinen modischen Stellenwert mehr. Erst Recht nicht in Berlin, dass selbst seiner eigenen Zeitrechnung voraus zu leben scheint. Wer etwas auf sich hält, spielt Rockmusik. Das funktioniet schliesslich bereits seit über 40 Jahren. Klingen tut das Ergebnis heute noch oft genauso.
 
Eine handvoll Monate bis zur "She Ain´t You"-EP, eine weitere Schippe Zeit, bis "Trust" mit tollem Artwork und elf Songs in vierzig Minuten das Licht der Welt erblickt. THE LORANES spielen abgehangenen, fülligen Bluesrock mit Psycheinflüssen und proben sicher gerne bei offenen Garagentor. So stellt das Trio sicher, dass Arrangements wie "Black Car White Car" oder "Lonely Girl" auch mal mit Tageslicht konfrontiert werden. Die Gitarren klingen dabei jedoch oft zu berechenbar und trotz der Dynamik des Debütalbums zu banal. Besser funktioniert die junge Band, deren Basser Mammut zuvor bereits intensive Vintagerock-Erfahrungen bei KADAVAR sammelte, wenn ihnen Dreck und Sand unter die Füsse gespült wird. "Suicide Leaders" etwa hangelt sich durch Rock´N´Roll und vorbei am BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB, auch "She Ain´t You" klingt mit verschlissener Lederjacke und reichlich Fahrtwind präsenter als das anfangs wackelige "Servant Of Fear" mit Offbeat und quäkendem Strophenriff. Überhaupt scheint sich "Trust" erstmal warmspielen zu müssen. Groove und Schmutz hieven "(Hey) You Sad" auf die verrauchte Kneipenbühne, sind aber bloss eines der vielen Gesichter zwischen knartschigem Bluesrock und geschwollener Stonerlunge. Manchmal klingen THE LORANES etwas zu sauber und steril, man sucht vergeblich den süffigen Charakter, den vergleichbare aktuelle Bands wie frühe BLACK KEYS oder eindeutige Vorbilder wie MC5 in ihr Songwriting pferchten. Die Berliner ruhen sich nicht auf dem "ex-KADAVAR"-Stempel aus, den man ihnen leicht anhaften könnte, lassen aber zuviel Luft nach oben, um der Masse der gegenwärtigen Wiederbelebungsversuche ihres Genres zu entkommen. "Trust" erscheint trotzdem oft zu etabliert und lückenlos für ein Debütalbum, und Mammut, Elias und Pat aka THE LORANES zu langhaarig und schnauzbärtig für ein erst 2014 gegründetes Trio aus Deutschland.
 
 

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media