Plattenkritik

TOO CLOSE TO TOUCH - Haven't Been Myself

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Info

Release Date: 23.09.2016
Datum Review: 11.10.2016
Format: CD Digital

Tracklist

 

01. Sympathy
02. Crooked Smile
03. What I Wish I Could Forget
04. Translate
05. Miss Your Face
06. The Art of Eye Contact
07. Modern Love Affair
08. Inside Voices
09. What a Shame
10. For Your Sake
11. Eiley

Band Mitglieder

 

Keaton Pierce
Kenneth Downey
Mason Marble
Thomas Kidd
Travis Moore

TOO CLOSE TO TOUCH - Haven't Been Myself

 

Neben "Gueteklasse A"-Output wie TOUCHE AMORE und den DESCENDENTS erinnern die Damen und Herren aus dem Hause Epitaph gelegentlich immer mal wieder daran, wofuer das kalifornische Label seit geraumer Zeit neben seiner reichlichen Punk- und Hardcore-Historie steht: Vollkommene musikalische Belanglosigkeit.
 
TOO CLOSE TO TOUCH stellen sich bereits mit dem eigenen, banalen Bandnamen ein Bein. Koennte man meinen. Auch Artwork und Arrangements auf dem Nachfolger zum 2015er "Nerve Endings" setzen von Seiten der Alternativecore-Amis auf Sparflamme. "Crooked Smile" oder "What I Wish I Could Forget" erinnern an eine vorhersehbare, totgespielte Schnittmenge aus THE WORD ALIVE, SLEEPING WITH SIRENS und THE USED, dabei reissen weder die handwerklichen noch die songwriterischen Qualitaeten der Band aus Kentucky Waende ein. Eher verhalten bis wackelig klingt Keaton Pierce's Stimme zu Beginn von "Translate" und setzt sich auch im restlichen Verlauf der Platte einfach nicht durch. So stolpert "Haven't Been Myself" mit seinen aufgemotzten Pfund-Refrains wie jenem von "Sympathy" durch die endlosen Weiten von Warped Tour und Hot Topic-Stores, Pierce schmachtet und schreit sich im Verhaeltnis 60/40 durch die elf Songs - und gemessen am bisherigen Mitwirken von Erik Ron (u.a. CROWN THE EMPIRE, SET IT OFF, HANDS LIKE HOUSES) liefert dieser eine homogene, weil fein polierte Produktion ab. Im Grunde genommen machen TOO CLOSE TO TOUCH mit den persoenlichen bis duesteren Lyrics auf ihrem zweiten Album ebenso wenig falsch wie mit dem Posthardcorefaden, der sich schnurstraks durch den soliden Stadionrock zieht. Leider jedoch verpasst "Haven't Been Myself" den Moment des Ausbrechens, des Durchsetzen oder zumindest des Mitreissens. Dank 0815-Material wie "For Your Sake" oder "Inside Voices" duerften es TOO CLOSE TO TOUCH schwer haben, der Emocorelawine 2.0 lebendig und wohlauf zu entkommen.

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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