Plattenkritik

TO THE RATS AND WOLVES - Dethroned

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 02.09.2016
Datum Review: 28.08.2016
Format: CD Digital

Tracklist

 

1. Riot
2. The Game
3. Starting All Over
4. Dethroned
5. Knights of Decay
6. Prototype
7. Anti - Heroes
8. Outbreak
9. The Abyss
10. Love At First Bite
11. Dressed In Black

Band Mitglieder

 

Gesang - Dixi Wu
Gesang - Nico Sallach
E-Gitarre - Danny Güldener
E-Gitarre - Marc Dobruk
E-Bass - Stanislaw Czywil
Schlagzeug - Simon Yildirim

TO THE RATS AND WOLVES - Dethroned

 

Ein wenig überrascht war ich ja schon als ich die vorab veröffentlichte Single "Riot" und damit gleichzeitig den Opener des neuen TO THE RATS AND WOLVES Albums gehört habe. Etwas düsterer, ein wirklich ordentlicher Groove mit leichten SLIPKNOT-Anleihen und allgemein etwas weg vom Party-Core der ersten Scheibe. Doch bereits nach besagtem "Riot" stellt sich auch schon die Ernüchterung ein. Zunächst einmal fehlt es ganz klar an Abwechslung; TO THE RATS AND WOLVES verharren über weite Strecken im ewig gleichen Schema aus hyperaktiv galoppierendem Metalcore-Gebolze, begleitet von einem Wechsel aus wüsten Screams und käsigen Poprefrains. Dazu wird das Gebräu auch noch ganz uncharmant mit Plastikmelodien aus dem Trance-Baukasten zugekleistert. Dass man eine solche Mixtur auch ganz anders und vor allem wesentlich spannender aufziehen kann zeigen beispielsweise die Japaner CROSSFAITH.

 

Fett produziert ist die ganze Chose zwar zweifellos und auch die Musiker verstehen ihr Handwerk grundsätzlich, so etwas wie Einfallsreichtum ist auf "Dethroned" aber nur schwer auszumachen. Nummern wie "The Game", der Titeltrack oder "Knights Of Decay" könnten z.B. auch ohne weiteres als Filler auf den Alben einer gewissen Band aus Castrop-Rauxel stehen. Wo ESKIMO CALLBOY jedoch trotz des konsequenten Verzichtes auf eine Message zu Gunsten maximaler Partytauglichkeit und durch eine gehörige Portion Selbstironie eine gewisse Originalität besitzen, wirken TO THE RATS AND WOLVES leider weitestgehend wie ein pseudo-rebellischer Abklatsch selbiger. Dabei zeigen Stücke wie "Riot" und das wahnsinnig eingängige "Prototype", dass Potential und musikalisches Können durchaus vorhanden sind. Doch weitere wirklich prägnante Lichtblicke sucht man auf "Dethroned" vergebens, im Vergleich zum Vorgänger "Neverland" würde ich sogar von einem Rückschritt sprechen. Wer sich mit belangloser aber tanzbarer Partybeschallung zufrieden gibt wird mit "Dethroned" sicherlich seinen Spaß haben, vom Thron stoßen werden TO THE RATS AND WOLVES mit dieser Scheibe aber wohl niemanden.

 

Autor

Bild Autor

Hans

Autoren Bio

Meine großen Leidenschaften: Literatur und laute Musik. Plattenkritiken liegen nahe.

Suche

Social Media