Plattenkritik

Teenage Bottlerocket - Freak Out!

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Release Date: 03.07.2012
Datum Review: 03.07.2012

Teenage Bottlerocket - Freak Out!

 

Es wird nie der Anspruch ihrer Musik sein. Nie irgendein möglicher Tiefgang in ihren Texten. Handwerkliche Offenbarung, Celebrity-Girlfriends? Nope. Auch würde kein bisheriges Artwork oder die etwaige aufgeschlüsselte Attitüde der vier junggebliebenen Junggebliebenen bedrohlich an einem Stuhlbein herumsägen. Wer dennoch gräbt, verliert. Gut so, denn so sind und bleiben es TEENAGE BOTTLEROCKET. Und jetzt – verflixt und zugenäht: „Freak Out!“


Sie brachten „In The Basement“, „Skate Or Die“ und „Lost In Space“. Nun bringen sie „Done With Love“, „In The Pit“ oder „Punk House Of Horror“. Album fünf der Band aus Wyoming macht nicht viel anders und eigentlich gar nichts neu. Sogar das ist generell gut so, selbst wenn es mit „Cruising For Chicks“ oder dem „1-2-3-4“-Vorzeigediplom „Who Killed Sensei?“ auch mal einen bloß lauwarmen Aufguss gibt. Den können sich TEENAGE BOTTLEROCKET erlauben, schließlich dürften die Brüder Ray und Brandon Carlisle, Miguel Chen sowie Kody Templeman Sehnenscheidenentzündungen ihr zweites Hobby nennen – hervorgerufen durch die kontinuierliche 4/4-Taktschelle.
„Freak Out!“ fasst also zunächst in neununddreißig Sekunden zusammen, was danach über eine knappe halbe Stunde ausgedehnt wird: Die Metallerparty, auf der jeder mal gewesen sein muss („Headbanger“), das olle Thema mit den Mädels („Done With Love“), durch das jeder durch muss und natürlich das olle Thema mit den Träumen („Mutilate Me“) – denn TEENAGE BOTTLEROCKET haben zum Glück noch welche.
Ihr genauso lebendiger wie sympathisch naiver Poppunk atmet auf „Freak Out!“ jedoch etwas schwergängiger. Den Teufel wird die Band aus dem Umfeld der LILLINGTONS tun, sich selber neu zu erfinden. Das sollte auf „Total“ nicht passieren, hätte nicht zu „Warning Device“ gepasst und „They Came From The Shadows“ nicht zu einem der Zuckergußalben 2009 wachsen lassen. Unverfangen und überdreht, abgefahren und voller Hummeln im Hintern wirkten TEENAGE BOTTLEROCKET bis zuletzt – Attribute, die zwar ebenso auf „Summertime“ oder „Never Gonna Tell You“ passen, sich aber nicht zur Beschreibung des kompletten Werkes, entstanden in den berühmten Blasting Room Studio, eignen. Die Highspeed-Drums verschnaufen hier und da, die markanten Stimmen von Ray und Kody wirken oft zu „bemüht“.

„Freak Out!“ ist hier zwar Motto und keinesfalls ein Fehlgriff in jeglicher Richtung, aber lässt nach mühsamer Entwicklungskurve und „Go With The Flow“ noch einige morsche Latten am Zaun zurück: „I Don´t Go With The Flow, I Just Go, Where I Go...“ Zum „Freak Out!“ unter Bottlerockets brauchte es wahrhaftig noch nie lyrischen Tiefgang.


Trackliste:

01. Freak Out!
02. Headbanger
03. Cruising For Chicks
04. Necrocomicon
05. Maverick
06. Done With Love
07. Punk House of Horror
08. Never Gonna Tell You
09. In The Pit
10. Mutilate Me
11. Who Killed Sensei?
12. Radical
13. Summertime
14. Go With The Flow

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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