Plattenkritik

Teenage Bottlerocket - Tales From Wyoming

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Release Date: 03.04.2015
Datum Review: 17.03.2015

Teenage Bottlerocket - Tales From Wyoming

 

Lieber Poppunk, du schmutzigster aller Witze. Du penetrantes, in die Jahre gekommendes Déjà-vu. Du Ober-Spiesser unter den besten Freunden. Wie oft willst Du noch qualvoll sterben und uns anschliessend mit all Deinen Honigmilch-Referenzen an der Nase herumführen? Nur noch dieses eine letzte Mal? Hoffentlich nicht!

TEENAGE BOTTLEROCKET sind stark vorbelastet, was ihr offenbar unheilbares Syndrom anbetrifft. „They Came From The Shadows“ und „Warning Device“ konnte bis dato kein Hustensaft der Welt stillen. Zu „Freak Out!“ sass die Band aus Wyoming etwas entspannter im mit Hilfe der eigenen THE LILLINGTONS-Vergangenheit genähten Sattel. Abwechslungsreiche Geschichten aus der Heimat erzählen nun über die grosse Liebe ("I Found The One“), die gefährlich verfressene Liebe („Too Much La Collina“) und den Mindeststandard an musikalischer Liebe („Nothing Else Matter (When I’m With You“). Natürlich schmücken TEENAGE BOTTLEROCKET „Tales From Wyoming“ mit klebriger Klasse, der RAMONES-Lederjacke und dem gigantischen Augenzwinkern, nachdem der TEEN IDOLS-Fan ebenso lechzt wie der pubertäre Poppunk-Frischling.
„In My Head“ schaltet klassisch weit hoch zu Beginn, mit „They Call Me Steve“ und "Cockroach Strikes Again" folgen Selbstverarsche und Horrorpop - genau in jener Form, wie sie der vorbelastete Freund der Carlisle-Brueder erwarten darf. Da juckt es im Bein und die Hand formt automatisch das „O“, in das die geöffnete Bierdose reinrutschen will. Alles, nur keinen „Dead Saturday“ jetzt. Lieber Schwitzen im Circlepit zur Drei-Akkord-Provokation „Bullshit“. Oder feuchtfröhliche Hooklines mitschreien, wenn „Haunted House“ stoisch wie schmissig durch alles vierviertelt, was nicht bei drei den Zeigefinger hebt.
Lieber Poppunk, danke vor allem für die gelungene Überraschung zum Schluss: „First Time“ begeistert erstmals lediglich mit emotionaler Akustikgitarre und Streicherarrangement. Tut gut, nach all den durchzechten „Tales From Wyoming“ mal durchzuatmen und sich zu sammeln. Zum Glück hat sich (bis auf das Finale) praktisch nichts geändert auf dem sechsten Album und am Krankheitsbild der vier Spassvoegel von TEENAGE BOTTLEROCKET. „Onetwothreefour“ - und die Welt ist ganz Ohr. „I’ve been a mess here without you“ prescht es zu Beginn von „Been Too Long“ aus Ray Carlisle . Keine Bange, die Droge namens Poppunk weicht nicht von Deiner Seite, Ray.


Trackliste:

01. In My Head
02. I Found The One
03. Nothing Else Matters (When I'm With You)
04. They Call Me Steve
05. Dead Saturday
06. Cockroach Strikes Again
07. Been Too Long
08. Too Much La Collina
09. Can't Quit You
10. Haunted House
11. Bullshit
12. I Wanna Die
13. TV Set
14. First Time

Alte Kommentare

von nuttenjochen 25.03.2015 19:05

überragend gutes album

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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