Plattenkritik

Tequila & The Sunrise Gang - Intoaction

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Release Date: 21.09.2012
Datum Review: 12.09.2012

Tequila & The Sunrise Gang - Intoaction

 

Wenig Zutaten, viiiieeel Promille. Was mit Salz und Zitrone knallt, muss auch mit Verzerrer und Trompete ermöglicht werden können. So sprachen die Initiatoren einst aus labbriger Boardshort und salzigem Shirt. Neben dem sprachlichen Akzent - was waren doch gleich die übrigen Unterschiede zwischen Schleswig-Holstein und der Baja California?

Die Wellen alleine waren es nicht. Denn als Surfspot-Himmel ist Kiel eher weniger in aller Munde als der Pazifikstreifen, der Mexikos Küste schmückt. Trotzdem versuchen TEQUILA & THE SUNRISE GANG dieser Tage, solche im Großformat zu schlagen: „Intoaction“ soll eines besseren belehren, was sonnige Stimmungsprodukte made in Skapunk-County angeht. „On“ oder „Still More To Come“ tun sich dennoch schwer: Die Parallele zu den frittierten Genrekönigen können auch kratzige Schreigesänge und akustische Gitarren nicht kühl im Schatten platzieren – zu auffällig kauern Songs wie „Home From Home“ im bereits vorhandenen Schaffen der MAD CADDIES und erzwingen erfolglos eine persönliche Note.
Die seltene Hookline hilft dabei vielleicht dem eröffnenden Titeltrack aus dem Schlamassel, nicht aber den übrigen sechsunddreißig Minuten von „Intoaction“. „Lullaby In A-Minor“ dengelt ohne Ziel dahin, „One Day As A Lion“ hat dafür aufgepasst, als SUBLIME vor ZEBRAHEAD in der Dorfdisko lief. TEQUILA & THE SUNRISE GANG verpacken zu wenig Spannung, kaum Ah- und Oh-Momente und erst recht keinen einzigen Risikofunken in ihrem Sound, für welchen den Kielern immerhin neun Bandmitglieder zur Verfügung stünden.

Mit „Moon Of Kansas City“ kehrt die Kopierlaune gegenüber den Santa Barbara-Ikonen dann mit einer gewitzten Dreistigkeit zurück und lehnt sich weiter aus dem Fenster, als es sich für ein norddeutsches Spaßorchester schmückt. „The Best“ spannt dann zum Glück besonnen aus und entlässt die klapprige Version 2.0 ins Freie. Plantschen in der Förde bewirkt wohl mehr Übermut als Surfen vor Ventura.
Shaker hin oder her, Sonnenstunden mal Beiseite: Wenn die Sparte der „harten Blasmusik“ vielleicht auch vorerst ruht - ein musikalischer Flickenteppich wie dieser hilft zur Überbrückung nur bedingt. Die Top Ten der Sommersoundtracks zwanzigzwölf aber sind zum Glück bereits wasser- und schnapsdicht eingetütet.


Trackliste:


01. Intoaction
02. On
03. Fables
04. Agravic & Blind
05. Home From Home
06. Sound Capital
07. Still More To Come
08. One Day As A Lion
09. Lullaby In A-Minor
10. No Capes For Free
11. Moon Of Kansas City
12. The Best

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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