Plattenkritik

Textures - Dualism

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Release Date: 23.09.2011
Datum Review: 14.09.2011

Textures - Dualism

 

Den gerne als Easy-Listening-Variante von MESHUGGAH gehandelten TEXTURES muss eines zu Gute gehalten werden: Eingängigkeit ist kein Verbrechen. Unumständlicher Pathos? Voll in Ordnung! TEXTURES begehen dabei schließlich nie den Fehler, zu poppig zu werden; viel mehr schaffen sie es, progressiv und interessant geschriebene Stücke so klingen zu lassen, dass sie nicht zu verkrampft und undurchschaubar wirken.

Nach Nokia-Werbespot, Chart-Platzierungen und Bestnoten fürs Vorgängeralbum sowie einer Aufnahme ihres Songs „Awake“ in einer Komplikation der Songs des Jahres eines landeseigenen Radiosenders liegt es nun also an „Dualism“, diesen Kurs weiterzuführen. Qualitativ knüpft man dabei überraschend dicht an das großartige „Silhouettes“ an, überraschend weil zwischen diesem und dem letzten Album mal eben die halbe Mannschaft ausgewechselt wurde – inklusive Sänger. Aber alles kein Problem: Der neue knüpft stimmlich fast 1:1 am alten Sänger an, und gerade die Cleanvocals kommen super. „Consonant Hemispheres“ darf dafür als Paradebeispiel herhalten, wobei die Qualität dieses herausragenden Stücks eigentlich vor allem dem geschickten und zutiefst atmosphärischen Spannungsaufbau (und damit der runderneuerten Instrumentalfraktion) geschuldet ist. Um nichts anderes geht es eben auch wieder auf diesem Album: Geduldig aufgebaute Spannungsbögen, Laut-Leise-Wechsel, Atmosphäre – und das wiedermal in einer Dynamik, die sich hinter Größen wie SOILWORK oder SIKTH nicht verstecken muss. Einziges wirkliches Manko bei all dem ist da wohl die etwas überzogene Spieldauer von fast einer Stunde, dafür ist allerdings auch die Hitdichte sehr groß und das Reichtum an zu entdeckenden Details enorm. Daher gilt: Wenn TEXTURES so weiter machen sind sie wohl irgendwann einer dieser Bands, die man als große Referenz für guten modernen Metal handelt. Oder sind sie das nicht schon längst?

Tracklist:

1. Arms of the Sea
2. Black Horses Stampede
3. Reaching Home
4. Sanguine Draws the Oath
5. Consonant Hemispheres
6. Burning The Midnight Oil
7. Singularity
8. Minor Earth, Major Skies
9. Stoic Resignation
10. Foreclosure
11. Sketches from a Motionless Statue

Alte Kommentare

von Cloudkicker 15.09.2011 15:43

chönes Review. Ich hab auch schon in das Album gehört und mag es trotz Mitgliederwechsel. Allerdings ist die Stimme des Sängers irgendwie weicher / poppiger als die Alte. Der letzte Sänger hatte mehr Gefühl in der Stimme / den Songs, diesmal wirkt es GERADE in den clean gesungenen Parts zu glattgefeilt und nur die Tonhöhen meistert der Neue mindestens genauso souverän. Inhaltlich-musikalisch waren die schichten ja schon immer als viele Texturen übereinander gelegt. Von der großen Wahrnehmung öffentlich habe ich noch nichts mitbekommen, aber wenn sie was aufgenommen haben, dann einen Song für eine Compilation :D Metal on und frohes Weiterschreiben Herr Oli.

von Olivier H. 15.09.2011 18:42

ich danke dir! :)

von wololooo 16.09.2011 18:08

Hätte eine etwas druckvollere Produktion vertragen können... Ansonsten volle Zustimmung.

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Olivier H.

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"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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