Plattenkritik

The Acacia Strain - Wormwood

Redaktions-Rating

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Release Date: 02.08.2010
Datum Review: 04.08.2010

The Acacia Strain - Wormwood

 

THE ACACIA STRAIN machen es sich einfach. Kein Technik-Overkill, keine überladenen Arrangements – bloß ein paar Stakkato-Riffs, ein paar Breakdowns und verdammt tief gestimmte Gitarren (was mittlerweile fast schon MESHUGGAH-Ausmaße annimmt). Aber wozu auch mehr? Es funktioniert eben. Und es funktioniert nicht einfach nach stupider Beatdown-Manier, wo mangelnde Brutalität versucht wird mit einfallslosen Riffs zu kompensieren. Nein, THE ACACIA STRAIN wissen da schon was sie machen. Und das wussten sie schon auch auf ihren Vorgängern - allen voran ihrem letztem Werk „Continent“, welches vor allem durch eine gewisse apokalyptische Atmosphäre und einprägsame Texte/Vocals zumindest mich beeindrucken konnte. Denn THE ACACIA STRAIN mögen zwar auf den ersten Hörer wie eine weitere durchschnittliche Metal-/Deathcore-Kapelle klingen, entfalten bei genauerem Hinhören aber eine mal sogartige, und mal eine einfach nur brachiale Stimmung. Und genau deswegen – trotz so konventionell wirkender Trademarks und Produktikon – kann auch „Wormwood“ wieder überzeugen. Was sich seit dem Vorgänger getan hat? Die Gitarren sind wie gesagt wieder noch ein ganzes Stück tiefer, desweiteren könnte man die Parallelen zu MESHUGGAH – wenn man denn Böse wäre – beinahe schon als Anbiederung verstehen. Wobei – nicht zuletzt aufgrund der Vocals – immer noch klar genug wird, dass das hier THE ACACIA STRAIN sind, und dass das alles nur Zitieren, nicht aber mehr ist. Mal abgesehen davon wagen sich THE ACACIA STRAIN vermehrt in schleppende Gefilde – ohne dabei natürlich das mit der Atmosphäre zu vergessen. Vielleicht hat „Wormwood“ sogar noch ein bisschen mehr davon als sein Vorgänger, von dieser Atmosphäre. Ob „Wormwood“ deswegen jedoch besser als sein Vorgänger, oder gar die ganz alten ACACIA-STRAIN-Werke ist? Das ist dann wohl reine Geschmackssache. Und ohne sich groß weiter mit Kleinigkeiten aufzuhalten – schließlich machen das THE ACACIA STRAIN auch nicht -, ein ganz kurzes Fazit: „Wormwood“ ist düsterer Mosh bester Sorte – und zeigt auch ohne große technische Verspieltheit, wie man ein Album dieser Sorte durchweg unterhaltsam gestalten kann.

Tracklist:

01. Beast
02. The Hills Have Eyes
03. BTM FDR
04. Ramirez
05. Terminated
06. Nightman
07. The Impaler
08. Jonestown
09. Bay Of Pigs
10. The Carpathian
11. Unabomber
12. Tactical Nuke

Alte Kommentare

von Ja 05.08.2010 02:54

Ich weiß nicht, ich bin ein bisschen enttäuscht von der Platte. Irgendwo zwischen Gitarren tiefer Stimmen und Meshuggah-Riffs nach spielen hat man vergessen wie man Songs schreibt. So brutal manch ein Part vielleicht auch sein mag, irgendwann fällt er nicht mehr auf und klingt wie jeder andere Song auch. Da geb ich mir liebe The Dead Walk, selbst Continent hatte noch mehr Abwechslungsreichtum. Und ich will meine fünf Minuten die ich an Tactical Nuke vergeudet hab zurück!

von DrFaust 05.08.2010 08:15

In meinen Augen ein durchaus okayes Album. Für mich war es von anfang an eine Sache der Unmöglichkeit mein persönliches Überalbum Continent zu toppen. Und das haben sie leider auch nicht geschafft. Schade das es kein wirkliches Konzeptalbum wie COntinent geworden ist. Nach ein paar umdrehungen bleiben aber ein paar Songs ganz ordentlich hängen, da seien mal Beast (übrigens mit Jamey Jasta Feature), Ramirez und Bay of Pigs genannt. Tactical Nuke hingegen verstehe ich komplett als Witz, als Persiflage auf das Genre. Erinnert mich außerdem an Meshuggahs "Obsodian" auf Nothing. Hat eine seltsam sogartige Wirkung auf mich. Erwähnenswert wäre vielleicht noch das Artwork. Da haben die Jungs ein Händchen für! Ansonsten ordentliche 7/10

von iamian 05.08.2010 08:18

schwaches ding geworden irgendwie...vermiss die wirklich kompromisslose härte seit 3750. das intro carbomb z.b killt immernoch alles. wobei alle alben von acacia strain fett sind, nicht zuletzt wegen den lyrics. also die neue demoraliser kickt mich derzeit mehr. dennoch ist vincent nach wie vor ein sehr sympathischer menschenfeind :D

von iamian 05.08.2010 08:32

@ DrFaust: ich glaube die haben immer einen song auf ihren alben, die das genre und szenegewohnheiten persiflieren. auf dem vorgänger wars skynet, davor meine ich angry mob justice, aber mehr fallen mir nicht ein. gut möglich dass auf diesem album "tactical nuke" der track ist. artwork ist auch immer fett und das intro sample aus "house of 1000 corpses" ist sehr gut gewählt.

von Anonymous 05.08.2010 10:26

Und ich glaube die haben IMMER nur einen Song aufgenommen und den ein paar mal umgestellt. Danach hört sich das nämlich an.

von DrFaust 06.08.2010 12:57

Was mir eben noch aufgefallen ist: Acacia Strain etablieren sich mit dem Album als die Band mit den besten Drum-Fills ÜBERHAUPT! Der absolute Knaller. Auch wenn der Rest irgendwie eben nicht so sehr fetzt :D

von weihnachtsmann 10.08.2010 12:23

hmm, bin sehr gespaltener ansicht über die platte. albumart ist super, paar hits sind auch drauf (jonestown!!, ramirez!, terminated, nightman), lyrics wie immer über alle maßen hasserfüllt spannend, und atmosphäre ist auch vorhanden. demgegenüber stehen tracks die einfach nur der witz sind (tactical nuke), tracks die ich als schlecht oder stark verbesserungswürdig erachte (beast!, the carpathian, unabomber), insgesamt eine zu eintönige klangatmosphäre (viele lieder ähneln sich und die stimmung bleibt weitgehend die selbe), der fakt dass sie sich hier und da einen tick zuuu ernst nehmen(sie übertreibens einfach an manchen stellen) und final die tatsache, dass ich acacia strain auf musikalischer seite her noch "nie" so richtig gemocht habe, keinen output. mich konnte einfach bisher nichts vollends überzeugen. entweder sie wollen brutalität, oder brachiale atmosphäre. beides wäre zwar schön, gelingt ihnen aber (immernoch!) nicht wirklich. vonmiraus könnten die breakdowns an einigen stellen überdies noch schneller(confession, blind witness, texas in july), oder noch wesentlich slower sein(years spent cold, emmure, legend, for the fallen dreams). das was die jungs hier spielen will krampfhaft "wichtigtuerisch" groß wirken, ist es aber oft einfach nicht. schade. wäre definitiv mehr drin gewesen. kann auch sein, dass es noch paar durchläufe braucht, bis es final zündet - man weiß es nicht. alles in allem ist das album insgesamt gesehen natürlich deswegen nicht schlecht - es ist sogar ziemlich gut - verschenkt aber einfach zu viel potential und hätte noch genug raum nach oben gehabt. 6.5/10

von iamian 24.08.2010 18:22

öhm weshalb nennen billy the kid ihr neues album "jonestown" und ein song darauf heisst "unabomber"? :D

von Andifa 25.07.2011 00:21

cool wie du es geschafft hast in der rezi ohne das wort ,,Emmure´´ auszukommen

von Andifa 25.07.2011 00:22

cool, wie du es geschafft hast in der Rezi ohne das Wort ,,Emmure´´ auszukommen...

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Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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