Plattenkritik

The Adicts - All The Young Droogs

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Release Date: 11.09.2012
Datum Review: 07.09.2012

The Adicts - All The Young Droogs

 

Neben Baywatch-Schönheiten und Michael Jackson ist auch „Monkey“ Warren lieber zu stark als gar nicht geschminkt zu ertragen. Der britische Frontmann macht das ja auch nicht erst seit gestern. In Sachen Humor, Selbstdarstellung und Artworkdesign hätten sich die Anderson und der King Of Pop gerne noch einmal zum Austausch mit dem Melonenträger zusammensetzen dürfen. Monkeys fünfunddreißigjährige Band wäre wohl als einziger Teilnehmer hoffnungsvoll aus dieser heiteren Runde entkommen.


Endlich wieder Punk. Das können THE ADICTS doch am besten. Und immer noch? Der Mantel, den sich die feierkranken Engländer mit „All The Young Droogs“ anziehen, ist zwar nicht mehr derselbe wie Anfang der Achtziger – aber der Haufen um Pete Dee, Scruff, Ellis, Kid Dee, Monkey selbst und Shahen ist es wahrhaftig. „Battlefield W1“ und „Rage Is The Rage“ lassen graben und durch „Songs Of The Praise“ und „Made In England“ wirren, ohne die verspielte, leicht psychotische Seite des prägenden Punkrocks abzustreiten. „My Old Friend“ kommt als düsterer Klimpertrack genauso mit Wave in Berührung, wie „Give It To Me Baby“ mit seinem Glam- und Bluesgerüst.
THE ADICTS sparen auch 2012 nicht an Attitüde oder „britischen Momenten“: „To Us Tonight“ will im Fußballstadion - „Horrorshow“ lieber im Tanzkessel mitgesungen werden. Über den zwölf Songs werfen die Gitarren ihre Signaturmelodien ab und treten mit denselben leichtfüßigen Lyrics an, die schon seit „Viva La Revolution“ oder „Steamroller“ für die weltbekannte weiße Clockwork-Fratze sorgen. Endlich – und doch immer noch „Punk“.

Der Süchtigen-Zirkus geht auch mit den Songs auf „All The Young Droogs“ mit der Faust nach vorne, statt mit der Konfettikanone einen Schritt ins Dunkel. Ausflüchte wie das gemütliche „Stop The World (I Wanna Get Off)“ bremsen die Engländer nicht aus und lassen vermerken, dass der ADITCS-Zug auch nach dreieinhalb Dekaden noch nicht im Stagnationstunnel verreckt ist.

„Die Stones, die Stones!“ würde Michael Jackson vielleicht nach erfolgreichen Make-Up-Verhandlungen reinrufen, sobald „Stomper“ anklingt – und mit Kopfstimme und Handclaps einstimmen. Spätestens dann hat es THE ADICTS wieder als Ganzes ausgespuckt – zu „Punk“ um wahr zu sein.


Trackliste:

01. Battlefield W1
02. Wild
03. Stomper
04. My Old Friend
05. Stop The World (I Wanna Get Off)
06. Give It To Me Baby
07. Rage Is The Rage
08. All The Young Droogs
09. To Us Tonight
10. Catch My Heart
11. Horrorshow
12. Love Lies Bleeding

Autor

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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