Plattenkritik

The Beatdown - Walkin´Proud

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Release Date: 14.09.2012
Datum Review: 10.09.2012

The Beatdown - Walkin´Proud

 

Mit Elefantenfüßen gegen Basketballshorts: Die Auswahl des Covermotivs schürt Hoffnung, dass der Nachfolger der kanadischen ONE NIGHT BAND keiner Gehirnwäsche zum Opfer gefallen und statt Tanzdrang nun lieber Prügelcore vermarktet. Die Auswahl des Coverfarbtons bestätigt außerdem: Einzelne Strahlen der Sonne Kingstons schaffen es sogar bis nach Montreal.


„Walkin´ Proud“ aber eröffnet dem Hörer schnell, dass das sommerverliebte Trio um Alex Giguere eher mit MUSTARD PLUG als mit solchen für gedehnte Ohren Vorlieb nimmt: Mit akuten Geistesblitzen Richtung HEPCAT und Badehose setzt das größtenteils live eingespielte Album mit „Get It Started“ oder „No Man“ im Nu das Gemüt in Bewegung und robbt sich vorbei an Wolken und Winter – Richtung Insel-Soul und Rocksteady-Strand. „Leave Me“ hält dabei wie frühe SLACKERS am klassischen Reggae fest, „Back To Stay“ lehnt sich schwungvoll an die frühe englische Attitüde und stellt das nötige Besteck für die Heimathymne bereit: Offbeat, Chöre und Orgelarrangements mit motiviertem Puls pflegen THE BEATDOWN nach „Montreal“ auch in alle weiteren Songs ihres zweiten Albums ein. „The Other Side“ und „Long Road“ sind vor allem liebevoll produziert, aber trumpfen nicht auffällig mit Persönlichkeit oder Überqualitäten.
Der „Northern Soul“, der so wohl mit gravierender Hilfestellung einer ambitionierten Heizung im Québecer Proberaum entstanden sein muss, umgibt sich mit der 60´s-Energie und Gigueres mehr als auf den Leib geschneiderten Stimme – doch knüpft nur zögernd an das herzliche Potential zuvor genannter Referenzen an. Zu schnell verstummt der rohe Sound, der perfekt aus einer Garage inmitten des jamaikanischen Treibens schallen könnte – zu schnell verlieren sich die Melodien von „Reggae Dance“ und dem mit Melancholie und Mundharmonikaeinsatz beschließenden „Running Around“.

THE BEATDOWN dürfen trotzdem erhobenen Hauptes stolzieren -„Walkin´ Proud“ ist Gute-Laune-Angebot und Reminder in einem: Auch – oder erst recht - im Spätsommer gehören schmutzige Reggaetöne nicht automatisch in die dunkle Ecke des Plattenschrankes.

Trackliste:

01: Walkin´Proud
02: Get It Started
03: Leave Me
04: Back To Stay
05: Montreal
06: No Man
07: Long Road
08: Gone For Good
09: The Other Side
10: The River
11: Demain Jamais
12: Reggae Dance
13: Running Around

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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