Plattenkritik

The Boxer Rebellion - The Cold Still

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Release Date: 04.02.2011
Datum Review: 15.02.2011

The Boxer Rebellion - The Cold Still

 

Wie die Regentropfen dieser Tage ans Fenster, so klopfen THE BOXER REBELLION mit „The Cold Still“ aufs Gemüt. Mit der saftigen Breitseite poppiger Melancholie schmerzt sich der London Vierer teils hymnisch, größtenteils aber traurig-schaurig beherzt durch den Opener „No Harm“, „Cause For Alarm“ oder „Both Sides Are Even“.
Die Begleitung zum Geburtstagsfeier oder zum sommerlichen Sonntagsfrühstück sieht klar anders auch – dennoch schaffen die Briten ein sphärisch schönes Allerlei zwischen Tindersticks und Eskobar, in dessen Mitte mindestens eine leere Messehalle Platz für Gefühl und Wärme ist. Mit Ethan Jones schlägt man tiefer in die Kerbe, welche schon Ryan Adams oder den Kings Of Leon produktionstechnisch gut getan hat.
Die gesundheitlichen Ausstände der Bandmitglieder, die jahrelange Erfahrung im Zusammenspiel der Herren, das verträumte Pensum an instrumentaler Kreativität – all diese Aspekte lassen „The Cold Still“ zu einem sonderbar berührenden Streich aus Pop, Konzept und einer wahnsinnigen Leadstimmung durch Frontmann Nathan Nicholson verschmelzen. „The Cold Still“ braucht Zeit und Verständnis, nur so können die dunklen und oft minimalistischen Klänge wie in „Caught By The Light“ punkten und sich behaupten. Haben die Regentropfen und die heimlich-stille Rebellion erst angedockt, entfaltet der dritte Longplayer der BOXER REBELLION ein offenes und gütiges Klangbild von nur sehr selten langwieriger Güte. Fast so legitim, wie das optimistische erste Seufzen nach dem kalten Wintergrau.

Tracklist:

01. No Harm
02. Step Out Of The Car
03. Locked In The Basement
04. Cause For Alarm
05. Caught By The Light
06. Organ Song
07. Memo
08. Both Sides Are Even
09. The Runner
10. Doubt

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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