Plattenkritik

The Bravery - The Sun And The Moon

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Release Date: 07.09.2007
Datum Review: 24.09.2007

The Bravery - The Sun And The Moon

 

Was wäre bloß der fetzige Rock Zirkus ohne klassische Band Rivalitäten? Wo wären wir denn da? In einer Welt, in der Musiker der Musik willen Musik machen und in bunten Batikkleidchen durch die Gegend hopsen und die Kommune lobpreisen? Furchtbar! Schrecklich! Braucht man nicht. Man erinnere sich doch mal an so klassische Kämpfe, wie den zwischen BLUR und OASIS, oder OASIS gegen Robbie Williams, oder OASIS gegen OASIS. Ach, es wäre so still ohne die Gallaghers. Gut also, dass es noch schöne kleine Schlammschlachten im Mittelfeld gibt. Wie die zwischen Las Vegas KILLERS und New Yorks BRAVERY.

Dabei ist die künstlich aufgebauschte Feindschaft schon längst versiegt, beide Synth-Pop/Rock Kapellen auf dieses kleine Detail zu reduzieren wäre also mehr als entwürdigend. Darum also: Ring frei für Runde 2! THE BRAVERY vs. THE KILLERS! Lange genug standen die KILLERS mit „Sam’s Town“ alleine da, regierten durch schmalzigen Open-Air Über-Pop und konnten mit noch so gefüllten Stadien nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Zweitwerk dann doch nur ein schwaches Stück glitzernden Las Vegas Pomps war. Und schon betritt „The Sun And The Moon“ die Bühne und, oh je, da wankt der Titan aus Vegas bedrohlich. Während die KILLERS nur durch neue Schnurbärte überraschen können, verwerfen THE BRAVERY ihren Disco-Punk Ansatz, schmeissen die Elektro Beats hin und hauen uns ihren zackigen Rock-Gegenentwurf um die Ohren. Da türmen sich die Gitarrenwände, und spielen doch nur das MEAT PUPPETS „Lake Of Fire“ Riff („Believe“). New York ist die Hölle, Boheme harte Arbeit. Schon klar. Und da kommt schon „This Is Not The End“. Das rockt ganz schön nach vorne. Zitiert ganz ungeniert „London Calling“ und sogar der „LaLaLa“ Chor passt. Davon gibt’s dann überhaupt eine ganze Menge. La’s und Pa’s wohin man sehen mag. Auf halbem Weg geht „The Sun And The Moon“ allerdings etwas die Puste aus. Da wird auf Kirmesbeats gesetzt, die aus der Retorte vielleicht noch die Tanzflächen gefüllt haben, jetzt dank eindeutig realem Getrommel aber einfach nur auf den Geist gehen, wie der Presslufthammer des betrunkenen Straßenarbeiters vor dem Fenster. Kann sich „Sam’s Town“ noch erholen? Nein, denn der Gnadenstoß folgt sogleich: „Angelina“. Aufhorchen, ihr Angelinas dieser Welt, eurem Namen wird zur Ehre verholfen, denn hier passt alles. Backgroundchor aus den 60ern, „PaPaPa“, und ein schmissiges Blues-Gitarrensolo später liegen die KILLERS flach. Technisches K.O. Was soll man nur davon halten? Dass THE BRAVERY im Gegensatz zu den KILLERS einen feinen Nachfolger gebastelt haben steht außer Frage. Dass retrorockender große Gesten Pop sich in gewisser Weise ausgespielt hat aber auch. Bis sich etwas Neues gefunden hat, passt THE BRAVERYs bodenständiger Pomp aber noch wie die Faust aufs Auge (zumindest auf das metaphorische der KILLERS).

Tracklist:

1. Intro
2. Believe
3. This Is Not The End
4. Every Word IS A Knife In My Ear
5. Bad Sun
6. Time Won’t Let Me Go
7. Tragedy Bound
8. Fistful Of Sand
9. Angelina
10. Split Me Wide Open
11. Above And Below
12. The Ocean

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Dennis

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