Plattenkritik

The Chap - We Are The Best

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Info

Release Date: 14.10.2011
Datum Review: 20.02.2012

The Chap - We Are The Best

 

Zur Annäherung der mir bisher unbekannten Band erstmal einige Fakten:

- Das Quartett aus London hat mit Johannes von Weizsäcker in der Tat den Großneffe des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten als Mitglied

- Interessen der Band sind Food & Booze

- Auf sechs Veröffentlichungen der Band befinden sich Hunde auf dem Cover

- Künstler die die Band gut findet sind u.a. Die Antwoord, Dire Straits und Wevie Stonder

Bevor genau heute ihr neues Album veröffentlicht wird, schmissen The Chap im letzten Jahr noch ein Art Best Of Zusammenstellung auf den Markt. Wären jetzt diese Zusammenstellungen nicht schon an sich ein schwierige Sache, scheint sie bei den Londonern noch komplizierter zu sein. Sie brausen mit ihrem progrockigen Elektropop durch sämtliche Genres, lassen keinen Stein auf den anderen, gehen mitunter bis an die Schmerzgrenze und beweisen dennoch irgendwo immer noch einen Funken Humor.

Glücklicherweise beginnt We Are The Best zunächst mit einer sorgsam pluckernden Elektrofolk-Nummer, wie sie auch auf einem James Yuill gefunden werden könnte. Spätestens bei „(I Am) Oozing Emotion“ beginnt jedoch der Wahnsinn. Elektronische hochtönende Geräusche stören den Songaufbau und dick verzerrte Gitarren sprengen den Refrain. „Courage And Modesty“ ist monotoner Beat mit Sprechgesang und leicht schrägen Melodien. „I Got Flattened By A Pig Farmer“ klingt so wahnsinnig, wie der Songtitel bescheuert ist.

Die Hörgewohnheiten werden auf We Are The Best von links nach rechts geschleudert und auf den Kopf gestellt. „Carlos Walter Wendy Stanley“ nimmt den modernen Krautrock von Fujiya & Miyagi vorweg. „Woop Woop“ klingt zunächst wie ein neuer Track von Caribou oder Four Tet, wird dann aber durch störenden verzerrten Sprechgesang vernichtet. „Proper Rock“ ist spassiger Indie-Rock mit Queen-Chorälen und Potential zu einem kleinen Hit. Ich bin letztlich verwirrt.

Zurück bleibt am Ende ein verstörender Höreindruck von gedankenlos aneinander gereihten Songs die zwischen Wahnsinn und Potential schwanken und letzteres eher selten ausreizen.

1. Auto Where To
2. We Work In Bars
3. (I Am) Oozing Emotion
4. Courage And Modesty
5. I Got Flattened By A Pig Farmer
6. Ethnic Instrument
7. Fun And Interesting
8. Baby I’m Hurt’n
9. Le Theme (2011 Version)
10. Carlos Walter Wendy Stanley
11. Even Your Friend
12. Remember Elvis Rex
13. Woop Woop
14. Proper Rock (Radio Edit)
15. Campain Trail

Alte Kommentare

*dire straits

von Kilian 20.02.2012 23:46

Mein Fehler, eben korrigiert. In diesem Sinne "money for nothing and the chicks for free".

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