Plattenkritik

The Cure - Concert - The Cure Live

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Release Date: 16.10.1984
Datum Review: 20.08.2009

The Cure - Concert - The Cure Live

 


"Standing on the beach
With a gun in my hand
Staring at the sea
Staring at the sand
Staring down the barrel
At the arab on the ground
I can see his open mouth
But I hear no sound

I'm alive
I'm dead
I'm the stranger
Killing an arab"




Viele Live Alben sind bereits vor ihrer Veröffentlichung ein Fall für die Tonne. Zu den wenigen Ausnahmen, die einen Platz an der Sonne verdient haben, gehört "Concert - The Cure Live". 1984 erschienen verabschiedeten sich die Engländer um ihren charismatischen Frontmann Robert Smith (ich kann mich noch gut daran erinnern, wie immer wieder Gerüchte seines Selbstmordes gestreut wurden) danach vom Post Punk / Gothic der ersten Alben und tendierten mehr zum Dark / New Wave. Wer von sich behaupten konnte, Ahnung von Musik zu haben, wer diese gewisse Quäntchen Extrovertiertheit und tiefschwarzes Aussehen mitbrachte, wer eine Affinität zu langen Mänteln und auf der Schulter krabbelnden Ratten mitbrachte, der war hingebungsvoll mitgerissen vom drogengeschwängerten Sound der Band. Allerdings erspielten sich "10:15 Saturday Night", "Charlotte Sometimes", "The Walk" und vor allem "A Forrest" sehr zum Unmut dieser Leute eine breite Fanbasis und viele damalige Zappelhöhlen (ich erinnere mich noch genau, was in der guten alten Sumpfblume, kurz Sumpfe, in Hameln abging, wenn "A Forrest" aufgelegt wurde...) waren voll von THE CURE Songs. Einmalig natürlich die Stimme des stets geschminkten Smiths, die fast gelangweilt, tieftraurig schön (wie die Songs selbst) Depressivität mit Genialität (und das bei technisch völlig unbegabten Musikern) verband. Dieses Album rockt, eine Voraussetzung, die später nicht mehr zum Bestandteil einer THE CURE Show gehören sollte (jedenfalls nicht, die ich besuchen durfte). Wer sich durch den minimalistischen Sound frisst, wird von den niederknienden Hooklines der Songs mitgetragen und dürfte dabei eine Perle entdecken, die ihn zeitlebens im Ohr hängen wird. Auch die herrlich diskussionswürdigen Lyrics (allen voran natürlich "Killing An Arab", dessen comments bei YouTube gelöscht wurden) erhaschen Aufmerksamkeit, ein großes Wort, was "Concert - The Cure Live" zehn Mal mehr als verdient hat. Dieses Album ist die perfekte Dokumentation der morbiden Energie der Band, quasi eine Best Of THE CURE der ersten Alben, und stellt für mich persönlich alle Veröffentlichungen der Band danach in den Schatten.

Tracklist:
A1 Shake Dog Shake 4:14
A2 Primary 3:29
A3 Charlotte Sometimes 4:06
A4 The Hanging Garden 4:05
A5 Give Me It 2:49
B1 The Walk 3:31
B2 One Hundred Years 6:48
B3 A Forest 6:46
B4 10:15 Saturday Night 3:44
B5 Killing an Arab 2:51

Alte Kommentare

von Raphael 20.08.2009 13:19

ALTER! Ähnliches hatte ich die Tage auch mal vor. Eine der besten Livealben, wobei "Show" definitiv auch dazugehört. Danke Clement.

von fu 20.08.2009 14:21

beste band, sowieso.

von Raphael 20.08.2009 14:33

nicht beste. aber definitiv unter den top 5.

von fu 20.08.2009 14:41

is ja auch nur ne floskel.

von Rainer 21.08.2009 09:45

jajaja, das waren noch Zeiten danke fürs Wiederaulebenlassen

von Christopher 21.08.2009 13:21

das ist jetzt absolut nicht gegen Clement gemeint - eher im Allgemeinen - aber manchmal denke ich The Cure werden/wurden in die Gothic Ecke geschoben, nur weil Robert Smith ein wenig danach aussah. Finde die anderen genannten Genre-Bezeichnungen da schon passender und ausreichender.

von Clement / Allschools 21.08.2009 13:31

@Christopher: Ich bin kein Kenner der Gothic Szene, aber ich denke schon, dass THE CURE ihren Teil (auch bewusst) zum Aufblühen dieser Subkultur Anfang der 80er geleistet haben. Zumindest sind sie musikalisch nit ihren Frühwerken deutlich mehr Gothic als mit ihren eher poppigen Alben

von Raphael 21.08.2009 13:58

Naja Christopher, wie Clement schon sagt - hör dir mal die ersten drei Alben intensiver an. Das, was heute allgemeinhin als gothik bezeichnet wird ist im Grunde nur noch Unsinn. Und wenn du die wirklich richtig guten Bands dieses Genres anhörst und dazu die frühen Cure, dann weißt du, dass das recht gut zusammen passt. Wobei man auch immer sehen muss, dass gothik halt sehr nach am new-wave lag. das war schon immer so. alleine die inszenierung des ganzen.

von TommyVanBommy 25.08.2009 09:34

Gothik und New Wave ist doch eh im entfernten dasselbe

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