Plattenkritik

The Dangerous Summer - Golden Record

Redaktions-Rating

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Release Date: 06.08.2013
Datum Review: 23.08.2013

The Dangerous Summer - Golden Record

 

Ein weiteres Jahr, in dem THE DANGEROUS SUMMER als Überlebende der x-ten US-Emorockwelle hervorgehen, kann kein allzu schlechtes sein. Das dritte Album der Band teilt nach „War Paint“ und „Reach For The Sun“ weder Taschentücher noch Rauschmittel zur weiteren Selbstfindung aus. „Golden Record“ als Fußabdruck im Spätsommer reicht vollkommen aus.

Schleichende und zugleich druckvolle Songs spielen – das vollbringt die Band aus Maryland mit „Drowning“ oder dem melancholischen „Sins“ nicht zum ersten Mal. THE DANGEROUS SUMMER überblicken mit ihren Gitarrenriffs die untergehende Sonne über der Stadt, während sich Sänger AJ Perdomo fragt, wohin die Reise namens Leben führen kann, soll oder wird. Gerne klingt das im Ansatz auch mal zögerlich und nach gesenktem Haupt – sowie beim fünfminütigen „Miles Apart“. Im Großen und Ganzen geht die vierköpfige Band stolz in dieselbe Richtung weiter, die sie sich mit eigenen Stilmitteln aus Emotionen, Indierock und Postcore auf der Karte markiert hat. „Golden Record“ behält sich dennoch Atmosphäre und eine Art klangliche Magie vor, an der Perdomos durchdringe Stimme die Hauptschuld trägt. Die Verzweiflung in „Honesty“ erinnert an MAKE DO AND MEND, das beschließende „I´m So Pathetic“ marschiert schnurstracks in Richtung Collegerock oder 90er. Unter die zehn Songs haben THE DANGEROUS SUMMER genauso aufbrausende Melodien („Catholic Girls“) wie verträumte Refrains gemischt, die mit „Knives“ beleben und dafür sorgen, dass das Fahrwasser nie zu tief wird. Die Platte behält sich Details und Ohrwurmpokale zumindest in den ersten beiden Dritteln auch für spätere Durchläufe vor, anstatt zu überstürzen und abzuhaken. So klingen THE DANGEROUS SUMMER weder als seien sie auf der Flucht noch als scheuen sie deutliche Worte – und punkten mit umarmendem Zuspruch anstatt mit introvertiertem Nerdrock. Eindeutig die bessere Art zu (über-)leben.


Trackliste:

01. Catholic Girls
02. Sins
03. Drowning
04. Knives
05. Honesty
06. We Will Wait In The Fog
07. Miles Apart
08. Into The Comfort
09. I’m So Pathetic
10. Anchor

Alte Kommentare

von solea 25.08.2013 15:40

Danke für das review. Man hört ja sonst recht wenig hier über die Band. Werde mir das Album definitiv kaufen und bin nach dem review positiv gespannt!

von Berndimaus 05.09.2013 06:02

Ich mag die Band. Erinnert stellenweise an Moneen.

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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