Plattenkritik

The Driftwood Fairytales - Phantoms

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Release Date: 15.10.2012
Datum Review: 12.11.2012

The Driftwood Fairytales - Phantoms

 

Im Kern ist und bleibt der Mensch ein Weichei. Die Fassade und das „nach-außen-hin“ – alles Quatsch mit Soße. Oft holt sogar Musik den Menschen früh genug auf den Boden der Tatsachen zurück, wenn es schon nicht Freunde oder eine Tasse starker Kaffee tun. Zum Glück ist und bleibt der Mensch ein Weichei.

Denn sonst würde er sich vielleicht nicht ohne weiteres auf die Musik der Berliner von THE DRIFTWOOD FAIRYTALES einlassen. Diese sind zu viert, tragen Bart über Strickcardigan und haben „check it out now“ ans Ende ihres Infosheets gedruckt. „Phantoms“ jedoch klingt nicht nach Oberfläche und Coolness, noch weniger nach Kälte und Angeberei. Die folkigen Rocksongs kommen fast gänzlich ohne Verzerre oder Produktionspunch aus, denn bereits das Herz ist (laut Eigenaussage) im Punkrock verankert. Wenn sich Frontmannholzer Zeki nicht gerade beim finalen „I Wished I Was“ in niedlicher MILOW-Textmanier verheddert, konzentriert er sich stark auf seinen gesungenen Akzent, damit das Zepter seiner Band zwischen SPRINGSTEEN, verträumten BAND OF HORSES und sogar dem Stampfchören von MUMFORD & SONS standhalten kann.
„Sleeping On The Floor“ lässt sich mit Geige und Banjo auf ein lautstarkes Ansägen mit FRANK TURNER-Volumen ein und auch „Old Pine Trees“ glitzert nicht verlassen und vernachlässigt. THE DRIFTWOOD FAIRYTALES allerdings heben sich Durchsetzungsvermögen und Gänsehautmoment für die wenigen Stellen von „Phantoms“ auf, die herzlich unüberlegt und vor allem ungeplant klingen. Stellen wie der rumpelnde Schlagzeugbeat unter den Chorusschichten von „I Can´t Stop Movin´“ oder die Gesamtstimmung während „The Soul Toss“, nicht aber unauffällige Begleiter wie „What´s A Ten-Year-Old To Do?“ oder die BILLY IDOL-Huldigung zu Beginn von „Paralysis“ kitzeln das zustimmende Nicken aus dem vierzigminütigen Album.
Vollgepackt mit schönen Sachen, die die Spielzeit dichter machen, reimt der oberflächliche Hörer – hinein ins trotzdem kahle Feeling zeigt die Wirklichkeit: Zekis Stimme trocknet schnell aus, auch Pianoeinsatz oder ein Händchen für Melodieinfektionen retten THE DRIFTWOOD FAIRYTALES nicht gänzlich auf die oben schwimmende Planke.

Am Ende bleibt das Weichei, was sich mit Pauken, Kaminsoundtracks und Rocker-Armbinde auf der Brust herumtrommelt. Und sich so zwischen luftleerem Raum und überfüllter Musik-Havarie den Stolz erkämpft. THE DRIFTWOOD FAIRYTALES sollten sich noch einen starken Kaffee ziehen und „Phantom“ etwas von dessen Farbe abgeben.

Trackliste:

01. Chasing Dragons, Cahsing Ghosts
02. Sleeping On The Floor
03. I Can´t Stop Movin´
04. The Soul Toss
05. Old Pine Trees
06. What´s A Ten-Year-Old To Do?
07. Paralysis
08. Stop The World
09. To The Beauty Of Living
10. On Your Sacred Ground
11. I Wished I Was

Alte Kommentare

von oh nein... 12.11.2012 17:12

und ich hab mir soviel davon versprochen :(

von ben 12.11.2012 18:21

wirklich mies die platte...

von Akzent 12.11.2012 21:01

nervt wahrlich oft...

von ollo 13.11.2012 05:14

beste platte

von raph 13.11.2012 13:23

oh yeah beste platte des jahres

von peng 14.11.2012 11:43

ach wie es immer so is den einem sein freud ist dem anderen sein leid oder anders man kanns halt ned allen recht machen. so funk off

von beste 15.11.2012 00:42

miese platte übershit

von ten 15.11.2012 20:06

bin jetzt schon auf die nähte gespannt

von rich 17.11.2012 11:58

die platte ist das krasseste was eine deutsche band seit jahren herausgebracht hat. ich muss bei ein paar songs echt flennen, wenn ich die hör. endlich mal eine band, die sic was traut und richtig musik macht. ich finde das album einfach nur wunderschön.

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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