Plattenkritik

The Drums - Portamento

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Release Date: 09.09.2011
Datum Review: 28.09.2011

The Drums - Portamento

 

Und da waren es nur noch drei – Eigentlich ist es aber auch schon gut ein Jahr her seit der Ankündigung, dass Adam Kessler The Drums verlassen hat. Viel verändert hat sich musikalisch jedoch nicht. Einzig „stylistic disagreements“ brachten die Band vor knapp drei Monaten nahe ans aus.

Nun also Portamento als Metapher für die musikalisch kaum vorhandene Weiterentwicklung. Alles halb so wild, haben sie nicht zuletzt selbst zugegeben, dass sie prinzipiell immer den gleichen Song schreiben würden - etwas variiert natürlich. Gelogen ist das nicht. Hektisches Hacken auf einer Gitarrensaite, affektierter Gesang, simpler Beat und durchaus sehenswerte Bassmelodien, alles noch vorhanden. Adam Kessler wird nicht vermisst, nein irgendwie klingt der Sound klarer, kompakter und mehr durchdacht. Zuviel wird bei The Drums aufgrund von fehlenden Fähigkeiten sowieso nicht gespielt und das wächst hier zum großem Vorteil.

Klar ‚Money’ ist nicht die grandiose Single wie ‚Let’s Go Surfing’ oder ‚Best Friend’, aber diese dunkle getriebene Stimmung am Anfang, tief in den 80ern verwurzelt, löst sich wunderbar in einen beschwingte Refrain auf, der direkt zwei Hooklines zu bieten hat. Das der Text fast schon am Debilem kratzt ist geschenkt. Wenn man will kann man zwar (wie andere) sogar Kapitalismuskritik raushören, im Großen und Ganzen erfüllen die Texte aber einfach ihren Zweck. Nicht zu verkopfte Punchlines die gerade aufgrund ihrer Naivität hängen bleiben.
“I want to buy you something but I don't have any money, No I don't have any money”

Auch der Gros der restlichen Songs besticht durch die bereits bekannte Mixtur aus klassischem Surfpop und Bands der 80er, wie The Smiths, The Cure oder gar den Happy Mondays. Einzig ‚Search For Heaven’ fällt hier aus dem Konzept. Ein lediglich von Synthesizern getragener ruhiger Song, der teilweiße an Soundtracks für John Carpenter Filmen gemahnt. Der Rest ist konstanter als das Debut, ohne große Ausfälle, jedoch auch ohne die großen Singles. Das The Drums keine Eintagsfliegen sind haben sie trotzdem bewiesen. Die kaum vorhandenen Erwartungen an den Zweitling haben sie gnadenlos übertroffen.

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Kilian

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