Plattenkritik

The Faceless - Autotheism

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Info

Release Date: 14.08.2012
Datum Review: 10.08.2012

The Faceless - Autotheism

 

Sicherlich ist es wieder nur eines dieser „ungeschriebenen Gesetze“, aber sprach nicht mal ein weiser Mann, dass es mindestens der „Magischen Drei“ bedarf, um aus einer lausigen Keller-Kombo eine erfolgreiche Metalband zu formen? METALLICA= Hetfield, Ulrich, Hammet; SLAYER= Araya, King, Lombardo usw.
Gut, Lemmy ist eigentlich auch nur DAS Gesicht und die Stimme von MOTÖRHEAD und bei IRON MAIDEN kommt man, außer bei Mr. Dickinson selbstverständlich, nur schwer auf die Namen der anderen fünf. Also lassen wir das.


Bei THE FACELESS, den Superstars der New Wave Of Technical Death Metal, hat sich sich das Besetzungskarussell ordentlich gedreht. Nach dem Weg- und Abgang der Bassisten-, Gitarristen- und schlussendlich auch noch der Gesangskraft, verblieb mit Michael „Machine“ Keene das einzige Gründungsmitglied der 2004 gegründeten Band. Zwar konnte man die vakante Stelle am Bass mit Evan Brewer (ex. ANIMOSITY, ex. REFLUX) erstklassig besetzen, aber ansonsten rückten auf den anderen Posten eher Zweckbesetzungen nach. Sicherlich wäre für es für Mr. Keene aufgrund dieser Situation ein leichtes gewesen, mit dem dritten Album ein gesichtsloses Werk abzuliefern, was aber seinem Ruf als absoluten Perfektionisten keinesfalls gerecht werden würde.
Die Erwartungen an das neue Werk der technisch sehr anspruchsvollen THE FACELESS waren verdammt hoch. Erwartungen, die „Autotheism“ im vollsten Maße erfüllt, auch wenn den Hörer wieder einmal einige Neuerungen im Klangbild der Amerikaner erwarten und vielleicht auch überraschen.
Schon der Opener „Autotheist Movement I: Create“ macht deutlich, dass sich im Hause THE FACELESS einiges geändert hat. Die melodische Mid-Tempo-Nummer erinnert mit dem cleanen Gesang von M. Keene, der dieses mal total auf Gesangseffekte der Marke CYNIC verzichtet hat, eher an einen Song von ALICE IN CHAINS. Auch ist die Präsenz des cleanen Gesangs auf dem gesamten Album wesentlich höher, als noch auf dem Vorgänger „Planetary Duality“ und erinnert im Wechsel mit seinem aggressiven Gesangspartner stark an SCAR SYMMETRY. Ansonsten vertritt „Autotheism“ auf den neun Tracks die bandtypischen und bekannten Trademarks. Schnelles, auf den Punkt gespieltes (programmiertes) Drumming, eine sehr variable und technisch im allerhöchsten Maße anspruchsvolle Gitarrenarbeit und das hastige, tiefe Gegrowle. Ab und an drehen die Songs in Richtungen ab, die sonst nur von den schon fast unantastbaren BETWEEN THE BURIED AND ME erkundet werden oder schmücken sich mit eher DREAM THEATER-typischen Harmonien („Autotheist Movement II: Emancipate“). Der Schlusstrack „In Solitude“ überrascht sogar mit melodischen Arrangements der Marke OPETH.
Leider ist es manchmal der an einigen Stellen schon zu gezwungen reingepresste Gesang von „Machine“ Keene, der den Song nicht immer aufwertet („The Eidolon Reality“). Wer von Neu-Bassisten E. Brewer herausragende Bassaktivitäten erwartet hat, wird leider enttäuscht, da der Herr sich und sein Spiel äusserst professionell im Hintergrund hält.

Um es auf den Punkt zu bringen.
Mit „Autotheism“ hat sich M. Keene einen nahezu perfekt sitzenden Maßanzug geschneidert. Ein Album mit gesund progressiven, technischen Songs, die überraschen, aber keinesfalls überfordern und anspruchsvoll unterhalten.

Tracklist
01. Autotheist Movement I: Create
02. Autotheist Movement II: Emancipate
03. Autotheist Movement III: Deconsecrate
04. Accelerated Evolution
05. The Eidolon Reality
06. Ten Billion Years
07. Hail Science
08. Hymn Of Sanity
09. In Solitude

Alte Kommentare

von Henno 12.08.2012 13:54

Ein so heftig gutes Album! Sowas sollte die Messlatte für Junge Musiker im Metal sein, nicht irgendwelche ausgewaschenen Metalcore Bands die alle gleich klingen und nur verschiedene Images haben.

von Henno 12.08.2012 13:56

Ein heftig gutes Album! Das sollte die Messlatte für die meisten jungen Musiker im metal sein und nicht irgendwelche ausgewaschenen, immer gleichklingenden, Metalcore Bands.

von xrays 12.08.2012 15:02

sry aber im gegensatz zum vorgänger eher arm..

von Ray 13.08.2012 12:38

mit ganz ganz viel abstand deren beste platte

von girl 15.08.2012 14:38

ein rückschritt zum vorgänger.. 7/10

von Bernd 15.08.2012 16:01

Du bist auch so ein "Rückschritt".

von PillePalle 16.08.2012 10:05

Ob einen die Platte nun gefällt oder nicht, aber wo ist da bitte der Rückschritt?

von Bill 16.08.2012 10:31

mir kommt es vor als wäre das album in zweitteile gekommen. die letzteren stücke sind ja wieder hart! und total interessant: http://www.youtube.com/watch?v=MKa8QZLNpC0 aber jeder hat ja irgendwie einfluss :D

von skullz 16.08.2012 13:24

Großartiges Video! Aber wie sagten die Prinzen schon...!

von girl 16.08.2012 21:48

das neue album klingt mir teils bewusst opeth und btbam-mäßig.. hätte imo nicht sein müssen.. daher rückschritt

von wario 25.08.2012 15:18

Warum wird hier so ein wind um diese Band gemacht? Ich könnte mindestens 10 Bands aufzählen die zur gleichen Zeit oder sogar vorher schon dieses Genre bereichert haben! Und die Band als "Superstars" zu betiteln ist ja wohl völlig albern! Ich hab diese Platte noch nicht gehört aber der Vorgänger hats mir nicht sonderlich angetan denn das Grundgerüst war in fast allen Liedern gleich. Bin mal auf das hier gespannt.

von Vince 27.08.2012 12:18

Nur mal so, die Drums sind nicht programmiert! Der Drummer heisst Lyle Cooper und ist ein absolutes Tier am Schlagzeug.

von @Vince 27.08.2012 13:06

kann sein. aber das große manko ist die sterilität des albums. gerade im drumbereich hört sich das an wie krankenhaus. nicht meins

von skullz 27.08.2012 13:58

Klar spielt live nen richtiger Drummer, aber auf Platte klingt das eher nach Knöpfe drücken, als nach Felle dreschen!

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Mulder

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