Plattenkritik

The Fall Of Troy - Manipulator

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Release Date: 18.05.2007
Datum Review: 27.06.2007

The Fall Of Troy - Manipulator

 

 

Glorreicher hätte Troja nicht untergehen können. Das Equal Vision Debüt "Doppelgänger" von THE FALL OF TROY traf mich im Jahre 2005 vollkommen unerwartet und zählt zweifelsohne zu den besten Releases des Jahres. Das einzige Problem blieb stets, dass man trotz der oder gerade wegen der Genialität des Albums seinen Neid auf die technischen Fertigkeiten der Teenager (!) stets unterdrücken musste. Wo würde ein neues Album die Band hinführen? Denn ein Übertreffen des Vorgängers scheint schier unmöglich.

Und so rotiert "Manipulator", nachdem es deutlich verspätet hier eintraf, fleißig in sämtlichen Abspielgeräten im Umfeld. Verglich ich die Band damals mit einer Mischung aus THE MARS VOLTA und THE BLOOD BROTHERS, dann kann trotz der offensichtlichen Veränderungen im Sound der Vergleich stehen bleiben. Ähnlich wie THE BLOOD BROTHERS haben THE FALL OF TROY jedoch ihr musikalisches Chaos ein wenig mehr unter Kontrolle gebracht. Strukturen haben ihren Weg in das lose und flinke Soundgestrüpp von THE FALL OF TROY gefunden. Weniger chaotisch und doch weiterhin jazzig durchgeknallt klingt das Treiben, welches immer wieder von den hohen und schrillen Vocals von Sänger und Gitarrist Thomas Erak gen Wahnsinn abdriftet. Es scheint fast als hätte Erak diesmal beim wieselflinken Hakenschlagen auf der Gitarre nicht mehr blind gespielt, sondern mit einem Auge auf seine Finger geschielt. Das Resultat klingt poppiger und kommt doch gleichzeitig mit den härtesten Momenten der Bandgeschichte daher. So zählt das unberechenbare "Sledgehammer" zu den absoluten Überhits der Bandhistorie und auch der progressiv lärmende Rest geht mit Ausnahme des balladesken Fehlversuches "Caught Up" die geschundene Seele runter wie Öl. Wir fassen zusammen, auch wenn "Manipulator" für meine Verhältnisse ein wenig hinter den mit "Doppelgänger" aufgetürmten Erwartungen zurück bleibt, steckt es doch weiterhin fast alle anderen Genrevertreter in die Tasche.

Tracks:
1. "Cut Down All the Trees and Name the Streets After Them" – 2:37
2. "The Dark Trail" – 4:30
3. "Quarter Past" – 4:51
4. "Problem!?" – 1:56
5. "Semi-Fiction" – 4:26
6. "Oh! The Casino!?" – 2:17
7. "Sledgehammer" – 6:01
8. "Seattlantis" – 4:01
9. "Ex-Creations" – 3:09
10. "Shhh!!! If You're Quiet, I'll Show You a Dinosaur" – 2:44
11. "Caught Up" – 2:30
12. "A Man a Plan a Canal Panama" – 8:20
08

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Torben

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Allschools Chef