Plattenkritik

The Fast Forwards - Lost In The Light

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Release Date: 02.12.2011
Datum Review: 23.01.2012

The Fast Forwards - Lost In The Light

 

Im malerischen Skandinavien, explizit Schweden, noch expliziter Stockholm schlägt das Herz der Zeit schnell. Was musikalische Ansagen für den weltweiten Export angeht, sei es Pop, Punkrock oder Metal, schlägt pumpt das Blut sogar noch schneller. Und wenn 2011 sogar das Berliner Label Rockhit Records fernab von Spaßcore und Skapunk veröffentlicht, könnte ein Bandname der Gegenwart entsprechend nicht passender sein.


Losgehen tut das Getöse dann wieder klassisch wie auf einer bayrischen Alm: Gabriel, Magnus, Mikael und Christian wollen´s wissen, proben hart, strecken aus, was Band, Land und Reisemöglichkeiten hergeben. Hier und da wird angebissen, denn der von unverfälschten Retrolinien behaftete Indiepop trifft der Nerv und fühlt auf dem Zahn der Zeit. „Lost In The Light“ darf dann schon etwas deutlicher und eigentlich auch gleich komplett rund klingen. Die dicken Festivals horchten bereits auf – und auch wenn man den vier Schweden sein Taschengeld für ein frisches Shirt versprechen möchte, messen sich „All My Life“ oder „Leave It To The Odd“ ohne zu fragen mit FRANZ FERDINAND oder diesen verankerten THE KOOKS OF LEON-DIAO-TLES, diesem schwedischen Bastard aus Williamsburger Briten. Die Drums liegen flach und ruhig, schaffen Platz und glätten für die hallenden Telecastersounds und die flächigen, fast hochnäsigen Vocals, die passend und bewusst von Front-Forwarder Gabriel zur Hookline von „Felicia“ gebaut werden, sich bei „Mother Divine“ in glitzernden Universen verlieren oder mit „Enough Is Enough“ Tanzzwang auf studentische Großraumhappening-Floors zaubern.

Beschweren könnte man sich über fehlenden Ausgleich oder ein zu vorher(hör-/)sehbares Konzept, welches THE FAST FORWARDS jedoch so schamlos ausnutzen, dass diese dreiviertel Stunde fleißig bearbeitete Popmusik nach dem doppelgesichtigen „The Rescue“als Einheit und Häkchen auf der Landkarte ausklingt. Bedanken sollten sich diese Stockholmer Indiejunkies dafür vor allem bei der aktuellen Kollektion erhältlicher Gitarreneffektpedale und der (melancholischen) Inspiration, die nicht nur die wichtigen Touren durch die Heimat, Großbritannien oder in die Produzentengefilde ihrer Kollegen von MANDO DIAO hervorgebracht haben dürfte, sondern auch das Markenzeichen der Hauptstädter selbst: Heute schon mit elf kantenfreien Songs, die vertiefen statt zu verpuffen so klingen wie die Band von Welt erst morgen.

Trackliste:

01. All My Life
02. Felicia
03. The End
04. Leave It To The Old
05. Mother Divine
06. The City
07. All Things Too Soon
08. Enough Is Enough
09. Lead & Follow
10. Senseless Hits Right On The Spot For The Numb
11. The Rescue

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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