Plattenkritik

The Galan Pixs - Introducing The Band

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Release Date: 22.06.2007
Datum Review: 08.06.2007

The Galan Pixs - Introducing The Band

 

Leipzig ist auf der internationalen Musikweltkarte nun wirklich kein Garant für wissendes Nicken. Das könnten THE GALAN PIXS unter Umständen ändern. Die geben mit „Introducing The Band“ nämlich nach gut 12 Jahren Bandbestehen wieder ein äußerst zynisches Lebenszeichen von sich. THE GALAN PIXS sind eine räudige Rockband, gleichzeitig aber auch nerdige Laptop-Ritter. Das funktioniert. Und wenn GOOSE aus Belgien schon mit ihrem basslastigen, schweißtreibenden Indietronic Debüt einen Achtungserfolg hinlegen konnten, dann können das die fünf Leipziger nach einem dutzend Jahren Erfahrung auch.

Das Konzept unterscheidet sich in der Ausführung allerdings deutlich. GOOSE sind eine ehemalige AC/DC Coverband, die ihre Gitarren im Trubel über den angeblichen „New Rave“ gegen krude Synthies getauscht hat. THE GALAN PIXS sind primär immer noch eine Rockband, aber eben eine, die auf viele Hochzeiten gleichzeitig tanzt. Schon der Opener „Major League Whores“ macht das klar: Die Gitarren fetzen, die Beats hämmern aus den Boxen, und nur der melodiöse Gesang lässt erahnen, dass es sich hierbei nicht um eine Industrial-Band handelt, sondern um fünf nicht mehr ganz so junge Herren, die sich POP ganz groß auf die Stirn geschrieben haben. Langsam, schleichend geht „Introducing The Band“ dann weg vom Rock, immer mehr Elektronik wird beigemischt, die Beats werden maschineller, der Pop bleibt in Form von Hängematten und Sonnenschein Gitarren („Let’s Draw A Private Line“). Bossanova („Under The Milkyway“) wechselt sich ab mit Stücken die wie eine Kollaboration von TRAVIS und Josh Homme klingen („Everything At All“).
Selbst KoRn auf Valium klingt mit versponnener Melodie und Siesta Trompeten durch („Crucified“). Immer mehr Elektro, immer mehr Laptop, bis endlich auf „Lights Go Down in Germany“ auch Timberlake in Timbaland-Zeiten mit einer Wagenladung Funk einverleibt wird. Wenn dann noch DEPCEHE MODE in „Thin White Duke“ dem Hörer und Bowie auf der Nase rumtanzt, ist die Verwirrung erstmal komplett.

Dabei ist es ziemlich einfach, wenn man sich mal die Lieblingsmusiker der einzelnen Mitglieder anschaut. Das Repertoire geht über THE CURE und SUEDE hin zu BAUHAUS, TRAVIS und KEANE. Nein, „THE GALAN PIXS“ sind nicht verwirrt, sind nicht unsicher, sie wissen genau, was sie wollen. Und das ist offensichtlich: Musik machen, und zwar die, die ihnen selbst Spaß macht. Und das ist gut so. „If fame ist the real thing, then i’m dreaming since my birth“. Zeit aufzuwachen.


1.Major League Whores
2.Killing Zoe
3.Let’s Draw A Private Line
4.Everything At All
5.Under The Milkyway
6.Crucified
7.Lights Go Down In Germany
8.Off The Shore
9.Tricky
10.Thin White Duke Featuring Donis
11.Lights Go Down In Germany (Christian Fischer Remix)
12.Everything At All (Sonic Boom Foundation Remix)
13.Everything At All (Tafka CS Remix)
14.Tricky (Dead Fish Audio Remix)

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Dennis

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