Plattenkritik

The Guggenheim Grotto - …Waltzing Alone

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Release Date: 07.09.2007
Datum Review: 18.09.2007

The Guggenheim Grotto - …Waltzing Alone

 

„When we’re young we set our hearts upon some beautiful idea“. Es gibt diese kleinen, stillen Momente, die vielleicht jeder schon einmal erlebt hat, vielleicht aber auch nicht, es spielt gar keine Rolle. Es sind diese Augenblicke in den frühen Morgenstunden, kurz bevor man schon von der abgedroschenen Romantik eines Sonnenaufgangs sprechen kann, diese Minuten, die Robert Smith einmal so schön in THE CUREs „In Between Days“ besungen hat. Wenn man versteht, dass eigentlich gar nichts in Ordnung ist. Man ist betrunken, einfach weil es sich so gehört und irgendwann, wenn man den letzten Morgentau einatmet und ein leichter Sommerregen mit einem fernen und unnatürlich sanften Donner einsetzt, spürt man die Bedeutsamkeit dieser für nichts und niemanden wichtigen Minuten. Man lächelt, es spielt keine Rolle, wirklich, der vorherige Abend nicht, das was kommen mag, alles verblasst gegenüber diesen 5 Minuten. Denn sie gehören dir. Mir. Vielleicht sogar uns allen, jedem für sich.

„When we’re young we set our hearts upon some beautiful idea / But in time a thought comes tugging on the sleeve edge of our minds / Perhaps no perfect way exists at all just many different kinds“ („Philosophia“). THE GUGGENHEIM GROTTO ist es jedenfalls zu verdanken, dass diese seltenen Zeiträume auf 45 Minuten ausgedehnt werden konnten. Nur verkorkster Label Politik ist es aber zu verdanken, dass das Debüt der der drei Dubliner „…Waltzing Alone“ mit 2 Jahren Verspätung erscheint, dabei den zwischenzeitigen Folk Trend völlig verpasst und wehmütig lächelnd, unbeachtet im derzeitigen Indietronic Wahn unterzugehen droht. Das wäre allerdings zu schade, denn dieses Album ist eine Art stiller Geniestreich. Kevin May verewigt hier Songs, die zwischen NICK DRAKES gefühlvoll flirrendem Gitarrenspiel und Streicherarrangements, COHENscher Schwermut und dem Soul und Funk eines MARVIN GAYE nicht nur stehen, sondern auch noch bestehen können. Dieses Juwel des modernen Folk-Pops zu ignorieren käme einer Sünde gleich, zu schön die Songs, zu magisch die Lyrik, die einen Punkt im Herzen berührt, der Irland zumindest noch ein letztes Mal als magisches Königreich auferstehen lässt.

Tracklist:

1. Philosophia
2. Portmarnock Beach Boy Blue
3. Told You So
4. Wonderful Wizard
5. Rosanna
6. I Think I Love You
7. Ozymandias
8. A Lifetime In Heat
9. Koan
10. Vertigo
11. Cold Truth
12. Tromboner

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Dennis

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