Plattenkritik

The Haunted - Versus

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Release Date: 19.09.2008
Datum Review: 24.08.2008

The Haunted - Versus

 

Es gibt im heutigen Musikzirkus sehr wenige Bands, die nach den ersten Takten erkannt werden können. Die Schweden THE HAUNTED gehören auf jeden Fall seit ihrem selbstbetitelten Debüt zu einer solchen mit hohem Wiedererkennungswert versehenen Band und daran ändert sich auch nichts an der nunmehr sechsten Veröffentlichung "Versus". THE HAUNTED war immer auf der Suche nach einem eigenen Stil und hat sich von Album zu Album neu definiert. "Versus" ist dabei ein kleiner Schritt zurück, da man diese Veröffentlichung als Zusammenfassung des Backkatalogs, quasi als eigene Best-Of mit neuen Songs beschreiben könnte. Offensichtlich ist die Rückbesinnung auf die thrashigere Ausrichtung des bekanntesten Werkes "The Haunted Made Me Do It", aber auch moderne Akzente wie noch auf dem direkten Vorgänger "The Dead Eye" werden immer wieder eingestreut. Als Überraschung kann die Tatsache gewertet werden, dass die Tracks völlig frisch vorgetragen werden und mit allerlei Ecken und Kanten versehen wurden. Damit war nicht unbeding zu rechnen, da THE HAUNTED hier nicht auf Nummer sicher in Form von Ausgereiftheit und Ausgefeiltheit setzen, sondern entgegen ihrer letzten Veröffentlichungen die Energie ihrer Anfangstage zum Vorschein kommen lassen. "Schuld" daran könnte vor allem die Vokal-Performance von Zappelpeterquasselstrippequerdenkerundtausendsassa Peter Dolving sein, der auf "Versus" endlich wieder im Bandgefüge angekommen zu sein scheint (Dolving war Sänger auf dem Debüt und kam erst beim vierten Album "rEVOLVEr" 2004 wieder zur Band) und nicht mehr bemüht oder aufgesetzt oder zu leidenschaftlich klingt. Die Thrash Salven von Jensen und Anders Björler sind nach wie vor ein Hochgenuss, zumal hier endlich mal wieder Gas gegeben wird. Vielleicht hat die Band mit "Versus" ein dickes Ausrufezeichen hinter dem Fortbestehen von THE HAUNTED setzen wollen, da alle Welt in den letzten 12 Monaten nach einer Reunion von AT THE GATES geifert (THE HAUNTED setzt sich aus ehemaligen Recken dieser Band zusammen). Ich persönlich habe die Lust an der Band seit dem mäßigen "One Kill Wonder" Album verloren und bin jetzt wieder voll im THE HAUNTED Fieber, denn eine solche Ansammlung von Modern Thrash Songs, die die gesamte Bandbreite und Faszination dieser Musikrichtung präsentiert, ist selten auf nur einem Album zu finden. Mit diesem Album haben THE HAUNTED ein neues Referenzwerk in den Reihen ihrer eigenen Releases.



Tracklist:
1. Moronic Colossus (3:50)
2. Pieces (3:50)
3. Little Cage (3:14)
4. Trenches (3:42)
5. Ceremony (3:43)
6. Skuld (2:49)
7. Crusher (3:12)
8. Rivers Run (4:32)
9. Iron Mask (3:41)
10. Faultline (3:43)
11. Imperial Death March (2:47)

Alte Kommentare

von z0ar 26.08.2008 20:41

Schneekönig, denn es ist (meiner Meinung nach) ne nahezu perfekte Kombination bzw. ein nahezu perfekter Kompromiss aus Dead Eye und Revolver geworden. Also jeder der bei Dead Eye bissel die Härte von Revolver vermisst hat, wird sehr zufrieden sein. :)

von z0ar 26.08.2008 20:43

Huch, kleines Missgeschick. "Meine Fresse, was hab ich auf das Album gewartet. Und jetzt wos endlich da is freu ich mich auch wien..." gehört eigentlich noch davor. ^^

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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