Plattenkritik

The High Hats - And Then Came Cancer

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Release Date: 18.01.2013
Datum Review: 14.01.2013

The High Hats - And Then Came Cancer

 

Lang, kalt und düster scheint der Flur – so düster sogar, dass Magnus Petersson bereits über ein mögliches Ende nachdenkt. Das bisschen Poppunk, das bisschen Sonnenschein und die immerwährende Hoffnung auf ein glückliches Stück vom Kuchen scheint der Skandinavier bereits aufgegeben zu haben. Dann kam dieser helfende Abend in der schwedischen Provinz.

Glaubt man ihrem kreativen Output, so gibt es offenbar keine Anzeichen dafür, dass Petersson und seine Kumpels Johan Tenbrink, Tobias Standar , Niclas Wettersten und Jacob Mortensen sich langweilen – egal ob zu Hause oder unterwegs. „Heartbeaten By The Police“ oder „Television“ stimmen da zu und bedienen sich dafür bei den Chor-Initialen der BEACH BOYS und dem Schrammelpop der TRAVOLTAS oder bekiffter THE QUEERS etwa zu „Don´t Back Down“-Zeiten. Bei Etappen wie „Lou Reed“ stimmen Drive und Belustigung, wenn THE HIGH HATS (...) einem ihrer heimlichen Boredom-Killer frönen, der dem Bandnamen mehr als einfach auszuspannen ist.
„And Then Came Cancer“ hinterlässt dennoch Fragen und die Hoffnung auf etwas Aufregenderes als bloß die verzerrte Slow-Motion-Predigt in „Ryssby“ oder die trockenen lyrischen Trips, die oft zwischen gewolltem Humor und Belanglosigkeit balancieren. Gepaukt wurden Surfsounds und die Highschool der Rockmusik mitunter, doch gerät der LP-Nachfolger zu „Too Much Is Never Enough“ gerade gegen Ende zu leicht ins Wanken wenn sich „Queen Of Wisers“ an Call-&-Response-Alibis entlang in Richtung Feierabend hangelt nachdem mit „They Don´t Have Hearts“ eine der angenehmeren RAMONES-Huldigungen von Board gegangen ist.

THE HIGH HATS wählen also Drogen und (oder zur) Musik, machen aus beidem das Beste und haben offenbar gelernt, mit Ergebnissen und Konsequenzen die eigenen Erfahrungstafeln zu befüllen. Wer sich kurz vor Ladenschluss fragt, ob das Vogelgezwitscher zu „Purple Hearts“ aus den Boxen oder doch durch´s offene Fenster hereinschallt, hat nicht aufgepasst: In dem Fall bitte wieder mit den „illegal substances“ und von vorne anfangen.

Trackliste:

01. Heartbeaten By The Police
02. They Don't Know
03. Lou Reed
04. Television
05. Drillher Killher
06. Luca Brasi
07. Ryssby
08. Fear And Loathing In Borås
09. Kill Them All
10. They Don't Have Hearts
11. Queen Of Wisers
12. Purple Hearts

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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