Plattenkritik

The Mars Volta - Frances The Mute

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Release Date: 01.01.1970

The Mars Volta - Frances The Mute

 

Das THE MARS VOLTA zu einen der beiden Bands zählt, die aus der Auflösung der grandiosen AT THE DRIVE-IN hervorgegangen ist, dürfte nicht unbekannt sein. Mit ihrem Debütalbum "De-Loused In The Comatorium" leuteten die beiden kreativen Ex AT THE DRIVE-INler, Omar Rodriguez und Cedric Brixler, ein neues Zeitalter progressiver Musik ein, welches von Kritikern noch und nöcher abgefeiert wurde. Man wollte fern von sämtlichen Limitationen walten und spätestens mit dem Nachfolgewerk "Frances The Mute" sollte dies gelungen sein. Entstand "De-Loused In The Comatorium" noch unter dem wachsamen Auge von Rick Rubin, nahm Gitarrist Rodriguez-Lopez bei "Frances The Mute" jeglicher Einflussnahme von außerhalb den Wind aus den Segeln und produzierte die Scheibe kurzerhand selbst. Die absolute Freiheit von THE MARS VOLTA führte auf dem ersten Blick zu noch mehr Wirrwarr und Chaos. Es befinden sich mehrteilige Tracks auf dem Album, die jeweils zu einem Song zusammengefasst werden und jeweils weit über die 10 Minute Grenze hinausschießen ("Cassandra Gemini" kommt sogar auf stolze 31:38 Minuten). Einzige Ausnahme ist "The Widow", der bei knapp 6 Minuten liegt und für die Radioversion auf ein eingängiges 3 Minuten-und-ein-Bisschen-Format gestutzt wurde. Der Gesang mit Bixlers charakteristischen, hohen Stimme wechselt abwechselnd zwischen der englischen und der spanischen Sprache und dem Faible Rodriguez-Lopez‘ für ausschweifendes Solo-Gefrickel wird bereitwillig minutenlang gefrönt. An anderer Stelle zeigt sich "Frances The Mute" jedoch wesentlich ruhiger und geschlossener als sein eher hektisch wirkender Vorgänger.

Das Album trägt genauso wie sein Vorgänger einen konzeptionellen Rahmen und wurde diesmal stark von dem Ableben des ehemaligen Bandmitgliedes Jeremy Ward Beeinflusst. Jeremy fand vor einiger zeit ein Tagebuch einer unbekannten Person, die adoptiert wurde und sich auf der Suche nach seinen Eltern befand. Jeremy sah sehr viele Parallelen zu sich selber und so schildert "Frances The Mute" diese Geschichte und jeder Track trägt den Namen einer Person oder einer Station aus dem Tagebuch, die den Protagonisten nach und nach zu seinen biologischen Eltern führt. Vieles ist natürlich auch beim Alten geblieben bei THE MARS VOLTA: Progressiver Rock, von Hardcore Fetzen durchsetzt, schiefe und krumme Rhythmen ohne ende sowie jazzige Einflüsse zu denen sich diesmal noch Salsaklänge, vom Orchester getragene Klangteppiche sowie Bläser gesellen. Freunde progressiver Musik werden sich voller Entzücken in "Frances The Mute" verlieben und gleichzeitig in der gebotenen Vielschichtigkeit verlieren. Für den Rest der Welt bleibt das Album schwer zugängliche, wenn auch grandiose Musik, die es in der beschnittenen Single-Version durchaus auf eine Heavy Rotation bringt.

http://www.themarsvolta.de

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Torben

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Allschools Chef

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